10.05.2006

WM-Verkehr (10.05.2006)



Köln. Der Nahverkehr in NRW plant zur WM neben einem erweiterten Leistungsangebot und mehrprachigen Informationsmedien auch den Ausbau und die Optimierung vorhandener und neuer Sicherheitsmaßnahmen. Ziel ist es, auch bei einem erhöhten Fahrgastaufkommen und den besonderen Rahmen-bedingungen des sportlichen Großereignisses Fußball-WM den Fahrgästen eine möglichst sichere Mobilität mit Bus und Bahn zu bieten.

Das Sicherheitskonzept des NRW-Nahverkehrs zur WM, das der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) federführend plant und betreut, integriert bereits vorhandene und neue Sicherheitsmaßnahmen der beteiligten Verkehrsunternehmen und Verbünde. Mit einer NRW-weiten Melde- und Kommunikationsplattform sowie dem Einsatz von Notfallrufnummern werden die unterschiedlichen Informations- und Kommunikationsbedürfnisse der Fahrgäste und Mitarbeiter im Krisenfall berücksichtigt. Zusätzliche Sicherheits- und Servicemitarbeiter sind darüber hinaus in den Bussen, Bahnen und an Haltestellen im Einsatz, um den Fahrgästen als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und Hilfestellungen zu leisten.

Rund 1.000 speziell geschulte Mitarbeiter im Bereich Sicherheit und Service
Ein wichtiger Faktor für die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr ist der Einsatz von speziell geschulten Mitarbeitern, die direkt vor Ort für die Fahrgäste von Bus und Bahn erkennbar und ansprechbar sind. Die Anwesenheit spezieller Sicherheits- und Servicemitarbeiter, dass zeigen die langjährigen Erfahrungen bei der Beförderung von Fußball-Fans, steigert zum einen das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste und sorgt darüber hinaus für Entspannung etwaiger Konfliktsituationen. "Zwar haben nahezu alle Verkehrsunternehmen bestehende Sicherheits- und Servicekräfte. Gerade an den WM-Standorten und bei der NRW-weit tätigen DB Regio wird jedoch aufgrund des starken Fahrgastaufkommens zur WM ein besonders großer Bedarf dieser Mitarbeiter notwendig sein", erläutert NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke. Deshalb werden bei diesen Verkehrsunternehmen zu den 260 bereits heute im Einsatz befindlichen Mitarbeitern 120 zusätzliche Sicherheits- und Servicekräfte für einen Zeitraum von neun Wochen befristet eingestellt. Diese 380 Sicherheits- und Servicekräfte besitzen den Sachkundenachweis der jeweiligen Industrie- und Handelskammer und erfüllen die Anforderungen des NRW Landesprogramms für Sicherheit- und Service im ÖPNV. Sie erhalten zusätzliche, WM-spezifische Schulungen und kommen schwerpunktmäßig bei den Verkehrsunternehmen in Gelsenkirchen, Köln und Dortmund sowie bei der DB Regio zum Einsatz. Zudem werden weitere 600 Servicemitarbeiter der Verkehrsunternehmen mit besonderen Qualifizierungsmaßnahmen auf die speziellen Informationsbedürfnisse der WM-Besucher vorbereitet. "Bei den rund 1.000 extra ausgebildeten Personen sind die Fahrgäste mit ihren Fragen und Anliegen bestens aufgehoben", so Wittke weiter.

Die Schulungen der Sicherheits- und Servicemitarbeiter umfassen die Bereiche "Verkehrsbezogenes Englisch", "Tarifkunde", "Verkehrsgeografie", Sensibilisierung zu Gefahrenpotenzialen im ÖPNV", "Angewandte Psychologie" und "Rechtskenntnisse". Der Umfang dieser Schulungen beläuft sich auf insgesamt 162 Stunden an 18 Tagen für die zusätzlichen - bzw. auf 54 Stunden an sechs Tagen für die bereits vorhandenen Sicherheits- und Servicekräfte der Verkehrsunternehmen. "Durch die Vergabe des Schulungsauftrags an einen Bildungsträger ist gewährleistet, dass alle Sicherheits- und Servicemitarbeiter effizient und in gleicher Qualität ausgebildet werden", erklärt VRR-Geschäftsführer Klaus Vorgang das Schulungskonzept.

Einsatz von Notfallrufnummern im Krisenfall
Während die Sicherheits- und Servicemitarbeiter vor Ort den Fahrgästen als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, dient die Schlaue Nummer für Bus und Bahn (0180 3/50 40 30 für 9 Cent/Minute aus dem Festnetz der Telekom) während der WM wie gewohnt als telefonische Nahverkehrsauskunft. Deshalb ist auch im Krisenfall davon auszugehen dass zahlreiche Rat- und Informationssuchende sich an diese ihnen bekannte Nummer wenden. Ebenso ist damit zu rechnen, dass bei einem Vorfall im öffentlichen Nahverkehr die Menschen zuerst bei dem ihnen bekannten oder direkt betroffenen Verkehrsunternehmen anrufen, um dort Informationen zu erhalten.

"Wir planen bei besonderen Krisensituationen eine zweigleisige telefonische Auskunft, um die Menschen schnellstmöglich zu informieren. Zum einen wird dann bei der Schlauen Nummer jedes notfallbezogene Anliegen der Anrufer aufgenommen und an das entsprechende Unternehmen oder die zuständige Behörde weitergeleitet", erläutert Klaus Vorgang die Aufgabe der Schlauen Nummer während eines Notfalls. "Zum anderen kann je nach Gefährdungslage das Krisenmanagement eines betroffenen Verkehrsunternehmens eigenständig entscheiden, eine zentrale Notfallrufnummer frei zu schalten, an die sich alle Betroffenen und andere Informationssuchende direkt wenden können", erläutert Vorgang die zweite Möglichkeit telefonischer Auskunft im Krisenfall.

Diese Rufnummer wird dann zeitgleich mit ihrer Freischaltung den Behörden, Nahverkehrspartnern, Multiplikatoren und der Öffentlichkeit bekannt gegeben, damit alle Informationssuchenden auch in den Stunden und Tagen nach dem eigentlichen Vorfall wissen, an wen sie sich wenden können. "Die Situationen, in denen eine Notfallhotline beim Verkehrsunternehmen freigeschaltet wird, sind natürlich durchweg schwerwiegende Ereignisse wie zum Beispiel länger andauernde Bomben- und Anschlagsdrohungen an Bahnhöfen und Haltestellen oder Bus- und Bahnunglücke mit Verletzten. Wir hoffen also, dass wir im Nachgang der WM feststellen können, dass unsere notwendigen Planungen und Vorbereitungen für diese Notfallrufnummern umsonst waren. Denn das würde bedeuten, dass nichts Gravierendes passiert ist", so Vorgang.

Melde- und Kommunikationsplattform unterstützt schnelle Einsatzsteuerung
Auch die Optimierung der internen Kommunikationswege gehört zum Sicherheitskonzept des NRW-Nahverkehrs zur WM. Aus diesem Grund ist beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eine Melde- und Kommunikationsplattform auf Internetbasis eingerichtet worden, die eingehende sicherheitsrelevante Meldungen, z. B. von den Behörden, sofort an alle angeschlossenen Verkehrsunternehmen in NRW weiterleitet. Dieses Meldesystem, das während der WM 24 Stunden am Tag durch Mitarbeiter des VRR gesteuert wird, ermöglicht eine schnelle Weitergabe wichtiger Informationen wie z. B. potenzielle Gefahrensituationen an die Verkehrsunternehmen, die dann rechtzeitig ihre Einsatzkräfte an die entsprechende Stelle beordern können.

 

Kontakt: Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH/ Ariane Weber /Tel.: 0221/ 20808-47/Fax: 0221/ 20808-40/ eMail: ariane.weber@vrsinfo.de