07.07.2005

WM-Verkehr, 07.07.2005

Fünf Millionen Euro für Nahverkehrskonzept zur WM 2006...


Gelsenkirchen. In Gelsenkirchen hat heute der neue NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke der Geschäftsleitung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) einen Förderbescheid über fünf Millionen Euro überreicht. Die Mittel werden zur Umsetzung eines NRW-weiten Nahverkehrskonzepts zur Fußball-WM 2006 eingesetzt.

Das Land NRW erklärt sich auf Grundlage des vom VRR entwickelten Nahverkehrskonzepts und des dazu gestellten Förderantrags bereit, eine Fördersumme von insgesamt fünf Millionen Euro zur Umsetzung von Nahverkehrsmaßnahmen zur WM beizusteuern. "Das vorliegende Konzept ist die Basis für ein leistungsfähiges und umweltfreundliches Nahverkehrssystem in NRW zur WM 2006. Damit sichern wir eine funktionierende Gesamtmobilität während des Fußballfestes für alle Gäste der WM, aber auch für die täglichen Nutzer von Bus und Bahn", sagt NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke.

Landesweites Projekt installiert
Das Verkehrsministerium unterstützt den VRR bei Umsetzung des WM-Nahverkehrskonzeptes. Gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS), den weiteren nordrhein-westfälischen Zweckverbänden, der Deutschen Bahn AG sowie den betroffenen Verkehrsunternehmen werden die Aktivitäten von nun an gemeinsam entwickelt und durch ein Projektbüro beim VRR gesteuert. Dieses deckt die Bereiche Leistungsangebot, Service und Sicherheit, Ticketing und Vertrieb sowie Kommunikation und Information ab.

Eine Million Zuschauer werden erwartet
Nach derzeitigem Kenntnisstand werden in NRW rund eine Million WM-Touristen erwartet. Schätzungsweise ein Drittel davon wird aus dem Ausland kommen. Für die öffentlichen Verkehrsmittel an Rhein und Ruhr rechnet man für die Zeit der WM mit etwa 350.000 zusätzlichen Fahrten pro Tag. Diese Zahl ergibt sich zum einen aus den Fahrten der Fans zu und von den insgesamt 16 WM-Spielen in NRW.

"Außerdem planen viele Veranstalter große Events im Rahmen der Weltmeisterschaft. Allein an Rhein und Ruhr sind momentan 15 Großbildleinwände vorgesehen, auf denen sich durchschnittlich 15.000 Besucher die Live-Übertragungen der Spiele anschauen werden. Wir haben ein Gesamtkonzept für den WM-Nahverkehr entwickelt, das diesen gesteigerten Bedarf berücksichtigt", erläutert Martin Husmann, VRR-Vorstand.

Nahverkehrskonzept bietet mehr als nur zusätzliche Fahrten
Während der WM 2006 sind die Bereiche Service, Sicherheit und Fahrgastinformation innerhalb des Nahverkehrkonzepts von elementarer Bedeutung. Ausreichendes und geschultes Sicherheits- und Servicepersonal und eine gute und mehrsprachige Fahrgastinformation müssen gewährleistet sein. Hinzu kommen Überlegungen, wie das Nahverkehrsangebot während der WM für die potenziellen Fahrgäste attraktiver gestaltet werden kann. So wird mit dem Hotel- und Gaststättenverband derzeit die Möglichkeit eines landesweiten HotelTickets erörtert. Eine Rahmenvereinbarung besteht bereits, und weitere Gespräche sind in der Vorbereitung. Mit der Buchung ihres Hotels würden die Touristen dann gleichzeitig die Fahrkarte für den ÖPNV erhalten. "Viele WM-Gäste kommen per Bahn oder Flugzeug nach Deutschland und bleiben längere Zeit am Spielort ihrer Mannschaft. Um diesen Fans ein Höchstmaß an Mobilität zu ermöglichen, denken wir intensiv über ein HotelTicket nach", sagt Klaus Vorgang, VRR-Geschäftsführer. "In den Eintrittskarten für die WM-Spiele ist die An- und Abreise mit Bus und Bahn zwar enthalten. Durch die Kombination mit der Hotelbuchung haben alle Besucher aber zusätzlich die Möglichkeit, auch zwischen den Spielen den Nahverkehr zu nutzen, um bequem zu anderen Veranstaltungen zu gelangen oder um die Region kennen zu lernen", so Vorgang weiter.

Verstärkungszüge auf der Schiene geplant
Als Hauptentlastung des regelmäßigen Nahverkehrsangebots auf der Schiene plant der VRR in Zusammenarbeit mit den Nachbarverbünden die Einrichtung zweier Entlastungszüge auf den Hauptstrecken. Diese sollen in der Zeit zwischen 13:00 und 0:00 Uhr im Stundentakt die ohnehin bereits stark ausgelasteten Linien RE 1 und RE 3 unterstützen. Sie sollen dafür sorgen, dass die Fußballfans und auch die täglichen Kunden problemlos zwischen den drei NRW-Spielorten in Dortmund, Gelsenkirchen und Köln pendeln können.

Hinzu kommt die Ausweitung des Angebots bei zahlreichen S-Bahn-Linien im ganzen VRR-Gebiet. Die Linien S 1, S 2, S 5, S 6 und S 8 sollen während der WM auch nach Mitternacht mindestens im Stundentakt verkehren. "Vor allem in den Nachtstunden wollen wir die wichtigsten Zug- und S-Bahn-Verbindungen verstärken, um den Kunden zusätzliche Fahrmöglichkeiten zu und von den verschiedenen Großveranstaltungen außerhalb der WM-Stadien zu bieten", erläutert Martin Husmann die Eckpunkte des WM-Nahverkehrskonzeptes. Das Angebot der kommunalen Verkehrsunternehmen in den einzelnen Städten soll dem gesteigerten Angebot auf der Schiene entsprechend angepasst werden. Auch hier ist eine Verstärkung des Grundangebotes im Rahmen des neuen Nachtnetzangebotes geplant.

Erfahrungen aus dem Confederations Cup
Die Erfahrungen mit dem Confederations Cup im Gebiet des VRS helfen allen Verantwortlichen bei den Verkehrsplanungen zur WM 2006. "Drei Spiele haben in Köln stattgefunden - und der öffentliche Personennahverkehr rollte reibungslos. Der Erfolg des CC-Verkehrskonzeptes basiert nicht nur auf der Bereitstellung von Zusatzverkehren, sondern auch auf der ausführlichen Informationspolitik. So konnte sich jeder Fußballfreund mit Hilfe von Informationsbroschüren und einem einheitlichen Wegeleitsystem "seinen" Weg zum Stadion auswählen. Und an Umsteigepunkten beantworteten Servicepersonal und Volunteers die Fragen der Fahrgäste", erläutert Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der VRS GmbH, die umfassenden Maßnahmen zum Confederations Cup. Zur WM 2006 werden durch das umfangreiche Rahmenprogramm erheblich mehr Besucher erwartet, dementsprechend muss das Nahverkehrskonzept ihre Mobilitätsbedürfnisse umfassend abdecken.

 

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