15.12.2011

Weniger Parkraum – mehr Lebensraum

Sechste Fachtagung des Netzwerkes "Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland"


Köln, 15. Dezember 2011. Den verfügbaren Parkraum optimal zu nutzen und damit mehr Lebensraum in den Städten und Gemeinden zu schaffen, ist eine große Herausforderung für die Kommunalpolitik. Bei der sechsten Fachtagung des beim VRS angesiedelten Netzwerkes „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland“ im Kölner Rathaus diskutierten 130 Experten aus den Kommunen der Region sowie verschiedenen Forschungseinrichtungen über Möglichkeiten eines effizienten Parkraummanagements.

Zugeparkte Gehwege, Hindernisparcours für Radfahrer und immer wieder viele unübersichtliche und damit gefährliche Situationen: Nicht nur der „fließende Verkehr“, sondern auch parkende Autos stellen für Radfahrer und Fußgänger eine Gefahrenquelle dar. Dazu geht wertvoller Platz und Lebensraum verloren. Doch für die Kommunalpolitik ist in der alltäglichen Praxis jeder Stellplatz eine „Heilige Kuh“. Mit den Auswegen aus diesem Dilemma beschäftigten sich die Teilnehmer der Fachtagung in verschiedenen Workshops. „Wir hoffen, mit dieser Fachtagung wichtige Impulse für die kommunale Praxis geben zu können. Der Pkw ist 23 Stunden am Tag kein Fahrzeug, sondern ein ‚Stehzeug‘. In Zukunft sollte mehr Wert auf die Attraktivität und die Erreichbarkeit der Städte zu Fuß, mit dem Fahrrad sowie mit Bus und Bahn gelegt werden“, so Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS). Prof. Jürgen Gerlach von der Bergischen Universität Wuppertal ergänzt: „Die Bedeutung des Parkens wird vielfach überschätzt. Es gilt den Wert der öffentlichen Flächen, die durch das Parken verschwendet werden, zu erkennen. Man muss halt gewillt sein, Mischnutzungen und 10-minütige Fußwege in Kauf zu nehmen - dann wäre vieles einfacher. Doch dazu ist ein flächenhaftes Parkraummanagement notwendig.“

Impulse für die kommunale Praxis
Fachleute haben Parkraumkonzepte längst als geeignete Instrumente anerkannt, um den Autoverkehr spürbar zu reduzieren und somit die Qualität des öffentlichen Raums, der Straßen und Plätze erheblich zu verbessern. Auf der Tagung stellten Experten aus Wissenschaft, Kommunalverwaltungen und Fachverbänden verschiedene Instrumente eines Parkraummanagements vor und erarbeiteten zusammen mit den Teilnehmern praxisorientierte Lösungsansätze. Diskussionspunkte waren neben Quartiersgaragen, geregeltem Fahrradparken, Carsharing oder der Förderung des ÖPNV auch die Auswirkung von Parkplätzen auf die Schulwegsicherheit. Ulrich Malburg, Referatsleiter des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW, betonte ebenfalls die besondere Bedeutung des Themas: „Ob aus Gründen der Verkehrssicherheit, der Lärmminderung, Luftreinhaltung oder aus städtebaulichen Aspekten – Ziel ist es, den Verkehr ressourcenschonender zu gestalten. Daher, so Malburg weiter, begrüße das Ministerium, dass das Netzwerk „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland“ das Thema Parkraummanagement ins Zentrum der Fachtagung gerückt habe.

Michael Dinter, vom Büro Albert Speer & Partner, das auch den Masterplan für die Stadt Köln erstellt hat, wagte einen Blick in Zukunft. Vor dem Hintergrund, dass das Autoteilen statt -besitzen eine immer größere Rolle spiele und die einzelnen Verkehrsmittel zukünftig intelligenter als bisher verknüpft würden, werde im Jahre 2050 mehr Mobilität bei weniger Verkehr weniger Lärm und weniger Flächenverbrauch stattfinden.

Michael Dinter: „Aus Parkplätzen werden Stadtplätze“
Dr. Norbert Reinkober: „ Es ist sinnvoll sich frühzeitig auf diese Entwicklung einzustellen, statt noch heute in Infrastrukturen zu investieren, die nicht zukunftsfähig sind. Unser Ziel ist es, die Städte und Gemeinden der Region bei diesem Thema zu unterstützen“. 

 
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Holger Klein
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