10.07.2017

VRS-Projekt sorgt für eine effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation im Rheinland

NRW-Verkehrsministerium und IHKs unterstützen Erarbeitung eines Vorrangnetzes für den Schwerlastverkehr durch "mobil-im-rheinland"


Köln, 10. Juli 2017. Deutschland ist Europas Transitland Nr. 1 für Waren und Güter. Gleichzeitig zählt das Rheinland zu den größten Logistikstandorten Europas. Tausende Lkw durchqueren täglich unsere Region. Diese Entwicklung setzt höchste Ansprüche sowohl an die Infrastruktur als auch an das Verkehrsmanagement. Aus verkehrs-, wirtschafts- und umweltpolitischer Sicht ist es daher dringend notwendig, die Routenwahl der Logistikverkehre steuernd zu unterstützen. Unter dem Titel „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für die Region Rheinland und NRW“ erstellt  das VRS-Projekt „mobil-im-rheinland“ daher im Auftrag des NRW-Verkehrsministeriums eine technische Plattform, um Daten für eine optimale Routenführung von Lkw im kommunalen Straßennetz zu generieren. Die Erfassungssoftware SEVAS, mit deren Hilfe Kommunen des Rheinlandes ihre unter Verkehrs- und Umweltaspekten bevorzugten Lkw-Routen erfassen und einspeisen können, steht nun bereit. Mit der Freischaltung der Software ist ein Meilenstein erreicht. Feststeckende Lkw unter Brücken und Gefahrenguttransporter, die sich in Wohngebieten verfahren, sollten damit mittelfristig der Vergangenheit angehören.

Daten werden den Herstellern von Navigationskarten zur Verfügung gestellt
Aktuelle Lkw-Navigationsgeräte sind für die Routenwahl aufgrund fehlender, spezifischer kommunaler Vorgaben nur eingeschränkt verwendbar. Folglich wird ein Lkw-Vorrangnetz benötigt, bei dem Städte und Gemeinden die notwendigen Ortskenntnisse und Fachkompetenz zur Festlegung der Vorrangrouten einbringen. Im Auftrag des MBWSV greift das VRS-Projekt „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation Region Rheinland“ diesen Ansatz auf und entwickelt ihn technisch auf höchstem Niveau weiter. Es bezieht sich zunächst auf das Gebiet der Metropolregion Rheinland mit 148 Städten und Gemeinden, wird aber für eine landesweite, bzw. darüber hinausgehende Ausdehnung konzipiert und umgesetzt.

Die bisher 110 am Projekt beteiligten Kommunen werden unter Federführung des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg/mobil-im-rheinland, sowie der Unterstützung des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW, den Industrie- und Handelskammern des Rheinlandes und weiteren Partnern in die Lage versetzt, routingfähige Kartengrundlagen für ein effizientes und stadtverträgliches Lkw-Vorrangnetz in der Region schaffen. Dazu wird ein Web-basiertes Portal entstehen, das neuesten technischen Anforderungen entspricht. Für die künftige Routenwahl der Schwerlastverkehre erfasst jede Kommune neben dem Vorrangroutennetz in ihrem Zuständigkeitsbereich als Mindestanforderungen die Restriktionen: Höhen-, Gewichts- und Breitenbegrenzung sowie Lkw-Durchfahrtsverbote. Die eingespeiste Datengrundlage wird zukünftig den Herstellern von Navigationskarten zur Verfügung gestellt.

Zitate:
Dr. Norbert Reinkober, VRS-Geschäftsführer:
„Da sich der öffentliche Personennahverkehr die Straßen mit dem Schwerlastverkehr teilt, ist es künftig von größter Bedeutung, intelligente Lösungen auch für diesen Nutzerkreis zu unterstützen. Fährt sich ein Lkw aufgrund einer unbekannten Örtlichkeit innerhalb der Stadt oder Gemeinde fest oder beschädigt er eine Oberleitung der Straßenbahn unter einer Brücke, kann dies heute zu teilweise nachhaltigen Störungen im Verkehrsablauf des öffentlichen Nahverkehrs führen. Somit liegt die erfolgreiche Durchführung des Projektes „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation“ im ureigenen Interessen des VRS – auch wenn es auf den ersten Blick nichts mit ÖPNV zu tun hat.“

René Usath, Referatsleiter Verkehrszentrale, Telematik und Verkehrsinformation, Verkehrslenkung und –sicherung im NRW-Verkehrsministerium: „Der VRS versetzt seine kommunalen Partner in die Lage, Vorrangrouten festzulegen und Restriktionen zu erfassen, um diese den Herstellern von Navigationskarten zur Verfügung zu stellen. Das Ministerium unterstützt das Projekt nicht nur ideell, sondern auch mit Mitteln des Landes um die Realisierung sicherzustellen. Eine partnerschaftlich angelegte Kooperationsvereinbarung regelt die Zusammenarbeit und dient somit der schnellen Umsetzung des Gesamtprojektes. Da vergleichbare Ansätze auf nationaler Ebene zurzeit nicht bekannt sind, ist das System geeignet, gleichzeitig als Best Practice über NRW hinaus zu dienen.“

Thomas Wängler, Bereichsleiter Standortpolitik, Verkehr, Öffentlichkeitsarbeit der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid: „Die IHKs im Rheinland haben dieses Projekt mit ins Leben gerufen, weil es die Verkehrssicherheit erhöht und gleichzeitig die Infrastrukturnutzung verbessert. Es optimiert außerdem die logistischen Abläufe und verringert so die Kosten bei Spediteuren und Transportunternehmen. Nicht zuletzt bedeutet es weniger Stress für die Lkw-Fahrer. Wichtig war uns, dass sich das Projekt nicht gegen Lkw-Transporte richtet, sondern gegen die Hindernisse, die einem optimalen Verkehrsfluss entgegenstehen. Denn wenn der Verkehr fließt, sorgt das auch für weniger Lärm- und Umweltbelastung in unseren Städten.“

Weitere Hinweise:

  • Das Projekt bezieht sich insgesamt auf 148 Kommunen. Aktuell sind bereits 110 kommunale Partner der Kooperation beigetreten.
  • Der Einstieg in das Projekt ist für weitere interessierte Kommunen zu jeder Zeit möglich.
  • Gemäß dem Auftrag des Ministeriums ist eine landesweite Lösung zur Erfassung von Vorrangrouten und Restriktionen entwickelt worden.
  • Der Rhein-Sieg-Kreis stellt dem VRS zur Erfüllung der Aufgaben bei mobil-im-rheinland seit Jahren personelle Unterstützung zur Verfügung. Gleiches erfolgt durch die Stadt Köln.

Mehr Infos unter: https://www.vrsinfo.de/service/mobilitaetsmanagement/mobil-im-rheinland.html

 
Pressekontakt:
Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
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Pressesprecher
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