04.04.2016

VRS-Projekt erarbeitet Lkw-Vorrangnetz

Festlegung der Lkw-Routen entlastet Umweltzonen und Wohngebiete – bereits 90 Städte und Gemeinden der Region beteiligen sich an Modellprojekt


Köln, 4. April 2016. Deutschland ist Europas Transitland Nr. 1 für Waren und Güter, gleichzeitig zählt die Region Köln/Bonn zu den wichtigsten und größten Logistikstandorten Europas. Täglich fahren Tausende von Lkw durch das Rheinland und belasten die Verkehrswege unserer Region. Diese Entwicklung setzt höchste Ansprüche an bauliche Infrastruktur und Verkehrsmanagement. Die negativen Auswirkungen des Schwerlastverkehrs werden exemplarisch an dem enormen Erhaltungs- und Erneuerungsaufwand der Rheinbrücken in den kommenden Jahren deutlich. Aus städtebaulicher sowie verkehrs- und umweltpolitischer Sicht ist es daher dringend notwendig, steuernd in die Routenwahl der Logistikverkehre einzugreifen und diese umfassend zu unterstützen – zumal aktuelle Lkw-Navigationsgeräte für die Routenwahl aufgrund fehlender spezifisch kommunaler Vorgaben nur eingeschränkt verwendbar sind. Daher hat sich das Projekt „Mobil im Rheinland“ des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg mit Unterstützung des NRW-Verkehrsministeriums mit diesem Problem befasst und erarbeitet unter dem Titel „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation Region Rheinland“ aktuell ein Lkw-Vorrangnetz.

Das Ziel: Hindernisse auszuschließen anstatt Lkw-Verkehre zu behindern

Mit dem vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Programm sollen teilnehmende Kommunen die Möglichkeit erhalten, routingfähige Kartengrundlagen für ein effizientes, stadtverträgliches Lkw-Vorrangnetz in ihrer Region zu schaffen. Zudem sollen Einschränkungen für den Lkw-Verkehr, zum Beispiel Gewichts- und Breitenbegrenzungen, Durchfahrtshöhen oder -verbote, erfasst werden. Ziel ist es, Hindernisse auszuschließen anstatt Lkw-Verkehre zu behindern. „Immer wieder liest und hört man von Lkw, die sich unter Brücken, auf Feldwegen oder Anwohnerstraßen festgefahren haben. Die Festlegung von vorrangig zu nutzenden Lkw-Routen ermöglicht es, den Lkw-Verkehr über die gewünschte Strecke zu führen und damit sensible Bereiche, zum Beispiel Umweltzonen oder Wohngebiete, zu entlasten. Das Projekt erhöht die Verkehrssicherheit, steigert die Effizienz der Logistik und optimiert die Infrastrukturnutzung“, sagt VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.

Der Erfolg der Initiative ist davon abhängig, wie viele Kommunen sich beteiligen und in wie viele Lkw-Führerhäuser die Zusatzinformationen Eingang finden. Bereits jetzt haben 90 der 148 Rheinland-Kommunen die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und werden die entsprechenden Daten liefern. Die Informationsgespräche mit den übrigen Kommunen werden bis zum Sommer abgeschlossen sein. Ab Ende 2016 sollen dann alle relevanten Informationen in eine webbasierte Datenbank eingepflegt werden. Zweimal jährlich könnten Hersteller von Navigationskarten diese Daten erhalten.

Weitere Informationen zu dem Projekt sind im Internet unter: http://www.mobil-im-rheinland.de/lkw-navigation/index.html zu finden.

 

Bildrechte: Mobil im Rheinland, 2016

 

Pressekontakt:
Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
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Pressesprecher
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