16.10.2008

VRS-Netzwerk für mehr Verkehrssicherheit wächst

Rheinisch-Bergischer Kreis tritt dem Netzwerk "Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland" bei, das zum Ziel hat, auf kommunaler Ebene alle Akteure der Verkehrssicherheitsarbeit und Mobilitätserziehung miteinander zu vernetzen.


Rheinisch-Bergischer Kreis. Mit Latzhose und zotteligem Haar sitzt die Puppe namens "Dummy" meterhoch in einem Schleudersitz und schaut auf interessierte Gesichter herab. Dann rast sie abwärts und fliegt in hohem Bogen in die Menge. "Was glauben Sie, wie schnell ein Auto fahren muss, damit ein Kind so weit fliegt?" fragt Ferdinand Padberg von der Verkehrswacht Rhein-Berg. Die Schätzungen der Zuschauer - 20 bis 30 Stundenkilometer - liegen weit daneben. "Nur sieben bis acht Kilometer pro Stunde!" ruft Padberg eindringlich.

Dies war nur eine von vielen interessanten und überraschenden Erkenntnissen, welche die Besucher des Aktionstags für Verkehrssicherheit am Dienstag rund ums Kreishaus Heidkamp gewinnen konnten. Der Aktionstag bildete den Rahmen für einen offiziellen Anlass: Der Rheinisch-Bergische Kreis trat dem Netzwerk "Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland" bei, das zum Ziel hat, auf kommunaler Ebene alle Akteure der Verkehrssicherheitsarbeit und Mobilitätserziehung miteinander zu vernetzen.

Dies soll helfen, die Zahl der Verkehrsunfälle, vor allem die mit Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen, deutlich zu senken. Gegründet hat das Netzwerk der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) im Juni 2005, gemeinsam mit dem Ministerium für Bauen und Verkehr NRW, dem Rheinischen Gemeindeunfallversicherungsverband und der Bezirksregierung Köln.

"Die Idee, die an vielen Stellen bereits bestehenden Initiativen miteinander zu verknüpfen, so dass gemachte Erfahrungen für alle zur Verfügung stehen und nicht immer das Rad neu erfunden werden muss, ist so einfach wie einleuchtend", betonte Landrat Rolf Menzel, als er gemeinsam mit VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober die Urkunde unterschrieb. "Davon können alle nur profitieren." Den Schülern der Grundschule Bensberg und der Hauptschule Odenthal, die im Publikum saßen, erklärte er: "Wir wollen damit besonders denen helfen, die mit den Verkehrsregeln noch nicht so fit sind oder aus anderen Gründen besonders gefährdet sind im Straßenverkehr."

Anschließend wurden die jungen Gäste reich beschenkt: mit einer "Schulweg-Detektivkiste" und einer "Radweg-Detektivkiste". Der Inhalt - Info-Material, Sicherheitsausrüstung und Maßband - soll sie in die Lage versetzen, künftig selbst den kürzesten und sichersten Schulweg zu ergründen und Gefahren rechtzeitig zu erkennen. "Oft sind es Dinge, die Erwachsenen gar nicht auffallen würden, zum Beispiel Hecken, die die Sicht verstellen", so Reinkober. Menzel erklärte die Kinder zu "Experten für eure Schul- und Freizeitwege".

Vor dem Gebäude der Kreisverwaltung wartete ein vielseitiges Programm auf die großen und kleinen Besucher. Polizei und Kreisverkehrswacht hatten zahlreiche Stationen aufgebaut, die zum Mitmachen einluden. Bei einem Fahrradparcours konnten die Kinder ihre Fahrkünste unter Beweis stellen, während sich die Älteren beim Mofaparcours tummelten. In einem Info-Bus gab es breit gefächerte Informationen und Aktionen, zum Beispiel kostenlose Sehtests und Blutdruckmessungen, eine Ausstellung von Radfahrhelmen und Kindersitzen, Beratung zu kindgerechten Fahrrädern und vieles mehr. Mit Hilfe eines LKWs der Feuerwehr wurde demonstriert, dass der "Tote Winkel" eines LKW-Fahrers ganze Schulklassen unsichtbar machen kann. Spannend besonders für die Erwachsenen: das gefürchtete Radar-Fahrzeug des Kreises. "Die Geschwindigkeitsüberwachung ist kein Selbstzweck und keine Geldmacherei, sondern sie dient allein der Verkehrssicherung", erklärte Menzel seinen Gästen, die das Fahrzeug neugierig von allen Seiten begutachteten. "Wir stellen die Kamera gezielt da auf, wo die schwächsten Verkehrsteilnehmer besonders gefährdet sind."

Im Netzwerk ist "Abschreiben erlaubt!"
Mit dem Rheinisch-Bergischen Kreis gehören jetzt 42 Städte und Gemeinden und sieben Kreise dem Netzwerk an. Das "Herz" des Netzwerkes ist die Koordinierungsstelle, die beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg angesiedelt ist. Sie hat die Aufgabe, die interessierten Städte und Gemeinden beim Aufbau vernetzter Verkehrssicherheitsarbeit zu beraten, den Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den Kommunen, den Schulen sowie den Verkehrsunternehmen zu organisieren und die Beteiligten in ihrer Arbeit vor Ort zu unterstützen. Hier gilt - anders als in der Schule -: "Abschreiben ist erlaubt".

Nur durch eine koordinierte Zusammenarbeit ist gewährleistet, dass die bisher existierenden Materialien und Kampagnen auch nutzbringend umgesetzt werden können. In einer Projektdatenbank unter www.verkehrssicherheit.nrw.de sind Aktionen und Projekte beschrieben, die in der kommunalen Verkehrssicherheitsarbeit bereits erprobt sind und sich bewährt haben. Sie wurden so aufbereitet, dass sie für die lokale Anwendung einen möglichst hohen Nutzen haben. Inhalt sind daher neben ausführlichen Beschreibungen auch weiterführende Links und Downloads sowie Ansprechpartner, die bereits Erfahrungen mit dem jeweiligen Projekt gesammelt haben. Reinkober machte deutlich: "Nur durch eine koordinierte Zusammenarbeit können bisher existierende Materialien und Kampagnen auch nutzbringend umgesetzt werden. In diesem Sinne freuen wir uns bereits jetzt auf die Erfahrungen, die der Rheinisch-Bergische Kreis nutzbringend für alle mit in das Netzwerk einbringen wird."


Pressekontakt:

Isabella Stock
Pressesprecherin
Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
Tel.: 0221 / 20 80 8 - 57
Fax: 0221 / 20 80 8 - 40
E-Mail: isabella.stock@vrsinfo.de


Kontakt für Kundenanfragen:
Die Schlaue Nummer für Bus und Bahn (0 180 3) 50 40 30
(9 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz; Mobilfunk abweichend)