12.03.2013

VRS legt bei den Fahrgastzahlen und Einnahmen zu

Zahl der Fahrten kletterte 2012 im Verbundraum auf 516,3 Millionen


Köln, 12. März 2013. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und seine Verkehrsunternehmen ziehen eine positive Bilanz für das abgelaufene Jahr 2012. Im Vergleich zu 2011 konnte erneut eine Steigerung der Fahrgastzahlen und der Einnahmen erzielt werden – öffentliche Verkehrsmittel spielen als „Rückgrat“ des Verkehrssystems im Großraum Köln-Bonn, aber auch im individuellen Mobilitätsmix, nach wie vor eine immer größer werdende Rolle. Das lässt sich auch mit Zahlen belegen: Insgesamt haben die Fahrgäste im vergangenen Jahr 516,3 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn unternommen, im Vergleich zum Vorjahr sind dies 9,45 Millionen Fahrten bzw. 1,87 Prozent mehr. Mit dieser Steigerung liegt der VRS deutlich über dem vom Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ermittelten Bundesdurchschnitt von 0,9 Prozent. Zum Vergleich: 2011 hat sich die Zahl der Fahrten nur um 0,69 Prozent erhöht. Das vergleichsweise starke Fahrtenplus spiegelt sich auch auf der Einnahmenseite wider: Die Verkehrsunternehmen im VRS erwirtschafteten einen Anstieg der Tariferlöse um 23,96 Millionen Euro (plus 4,5 Prozent) auf insgesamt 556,5 Millionen Euro. „Die positiven Zahlen zeigen, dass die Verkehrsunternehmen im VRS sehr gute Arbeit geleistet haben und das Angebot von den Fahrgästen angenommen wird. Wie in den Vorjahren liegt der Umsatzzuwachs über der Preisanpassung von 3,4 Prozent. Dies zeigt der anhaltende Kundenzuwachs, zu dem auch ein breitgefächertes und zielgruppengerechtes Ticketsortiment im VRS beiträgt“, erläutert VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag.

Leichter Rückgang im Bartarif – Starke Zuwächse beim SchülerTicket
Erneut gibt es im Bartarif (Einzeltickets, Mehrfahrtentickets, Tages- und Gruppentickets) einen leichten Rückgang zu verzeichnen. So ist die Zahl der Fahrten von 62,3 auf 60,9 Millionen Fahrten (- 2,33 Prozent) gesunken. „Dabei handelt es sich jedoch nicht um "verlorene Kunden", die auf ein anderes Verkehrsmittel umgestiegen sind, sondern um welche, die sich für den Erwerb eines Zeitfahrausweises entschieden haben“, erläutert Dr. Schmidt-Freitag. So sind die Zahlen der Fahrgäste mit Zeitfahrausweisen und Abonnements gestiegen: 2012 wurden 204,4 Millionen Fahrten mit den ZeitTickets für Erwachsene (+1,95 Prozent/+3,9 Millionen Fahrten) und 203,4 Millionen Fahrten mit den ZeitTickets im Ausbildungsverkehr (+3,19 Prozent/+6,28 Millionen Fahrten) unternommen. Erfreulich auch die Kundenentwicklung beim JobTicket mit einem Anstieg auf 193.100 Nutzer (+3,4 Prozent/+6300 Kunden). Auch das MonatsTicket konnte mit 105.300 Kunden zulegen (+4,3 Prozent/+4300 Kunden), ebenso wie das Aktiv60-Ticket mit 39.800 Kunden (+6,4 Prozent/+2400 Kunden). Dem entsprechend ist das Formel9Ticket mit 38.100 Kunden (-9,1 Prozent/-3800 Kunden) wie bereits im Vorjahr rückläufig.

Verbundweite Einführung des SchülerTickets hat sich bewährt
Der große Gewinner des abgelaufenen Geschäftsjahres ist das SchülerTicket – jeder zweite Schüler im VRS kann damit mittlerweile 365 Tage im Jahr Bus und Bahn benutzen. Obwohl die Schülerzahl im Verbundgebiet im vergangenen Jahr um fast 5000 Schüler gesunken ist, gab es einen deutlichen Anstieg bei den SchülerTickets. So waren 2012 200.700 Schülerinnen und Schüler (+13,2 Prozent/+23.400 Kunden) im Besitz dieses netzweiten Abos. „Damit hat sich die verbundweite Einführung des SchülerTickets im August 2011 absolut bewährt, das SchülerTicket entwickelte sich zu einem Erfolgsmodell“, freut sich VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag. Einen Zuwachs gibt es auch beim SemesterTicket: Durch den starken Anstieg der Studierendenzahl hat sich auch die Zahl der SemesterTickets auf 112.600 (+10,1 Prozent/+10.300) erhöht. „Egal ob Jung oder Alt, die Kundenbindung im VRS steigt weiterhin. Diese positive Entwicklung zeigt, dass die Fahrgäste unsere Bemühungen um einen leistungsfähigen und wirtschaftlich vertretbaren Nahverkehr honorieren. Dieses Vertrauen wollen wir zusammen mit den Verkehrsunternehmen im VRS auch in den nächsten Jahren rechtfertigen“, so Dr. Schmidt-Freitag weiter.

Kundenbarometer zeigt Stärken und Schwächen des Nahverkehrs in der Region
Im vergangenen Jahr hat der VRS wieder ein Kundenbarometer erstellt. Dabei beurteilten 4600 Befragte aus dem Verbundraum Themen wie Qualität, Angebot und Leistung des ÖPNV nach einer Notenskala von 1 (vollkommen zufrieden) bis 5 (unzufrieden). Im Bereich „Angebot“ konnten deutliche Verbesserungen zur Vorgängerstudie im Jahr 2010 festgestellt werden. Besonders die täglichen Nutzer von Bus und Bahn bewerteten das Nahverkehrsangebot am Wohnort (Note 2,79), das Linien- und Streckennetz (2,80) und die Verbindungen und Anschlüsse (2,99) positiver als vor zwei Jahren. Verbesserte Noten gab es auch in den Rubriken „Fahrkartensortiment“ (3,11), „Tarifsystem“ (3,46) und „Sauberkeit im Fahrzeug“ (3,22). Das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde dagegen mit 3,58 schwächer als noch vor zwei Jahren bewertet und liegt nun auf dem gleichen Wert wie 2008. Die Zufriedenheit mit der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sinkt sowohl bei Bus- und Straßenbahn- als auch bei Bahnkunden (Gesamtnote 3,09). „Das System ist an seiner Kapazitätsgrenze angekommen. Wir benötigen dringend Investitionen für eine verbesserte Infrastruktur, dann wird der Nahverkehr in der Region auch wieder pünktlicher und zuverlässiger – und die Kunden zufriedener“, so VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.

VRS entwickelt Kundeninformation weiter
Die schnelle und zuverlässige Information des Fahrgastes vor und während der Reise gewinnt immer mehr an Bedeutung und wirkt sich erheblich auf die Zufriedenheit mit dem ÖPNV aus. Daher legt der VRS größten Wert auf die Weiterentwicklung und Optimierung seiner Fahrgastinformation. Dabei ist der Trend zur mobilen Kundeninformation ungebrochen. So erfreuen sich die VRS-Fahrplan-Apps großer Beliebtheit: Inzwischen sind insgesamt fast 200.000 Nutzer (iPhone 110.000/Android 82.000) damit mobil unterwegs. Pro Tag wird die App bis zu 45.000-mal von Fahrgästen für Auskünfte genutzt. Karneval 2013 gab es zudem eine Premiere: Erstmals überstieg die Zahl der mobilen Fahrplananfragen die Zahl der Auskünfte über die VRS-Homepage. „Die VRS-App ist ein Erfolgsmodell. Die Nutzerzahlen schießen seit ihrer Einführung im Oktober 2010 in die Höhe. Das ist für uns Ansporn, die App regelmäßig für unsere Kunden auf der Basis von Nutzerrückmeldungen und technischen Weiterentwicklungen zu verbessern. Nur wenn wir aktuell und transparent über Fahrtmöglichkeiten, aber auch über Störungen und Verspätungen informieren, ist dem Kunden der Nahverkehr mit all seinen Vorteilen zu vermitteln“, erläutert VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober. Die beiden verfügbaren Apps werden ständig weiterentwickelt und der Nachfrage der Kunden entsprechend ausgebaut. Eine Anbindung der Apps an HandyTicket Deutschland ist seit einigen Wochen realisiert, damit können die Kunden mobil nicht nur Verbindungen erfragen, sondern direkt das passende Ticket kaufen und auf dem Handy speichern.

Auch linksrheinische AST-Verkehre sind in App integriert
Erst seit wenigen Tagen sind auch Informationen über die Bedarfslinien der AST-Verkehre in der VRS-App enthalten. AST ist die Kurzformel für das Anruf-Sammel-Taxi und fasst alle Anruflinien zusammen, die in Regionen mit schwankender Nachfrage den regulären Linienverkehr ersetzen. Die AST-Verkehre sind bisher nur im linksrheinischen Verbundgebiet verfügbar. Die AST-Verkehre im rechtsrheinischen Verbundgebiet werden bis Jahresende integriert. Der VRS verbessert sein kundenfreundliches Auskunftssystem stetig – sei es mit den beiden Smartphone-Apps oder der Fahrplanauskunft im Internet, die seit einigen Monaten nicht nur in sieben Sprachen, sondern auch „op Kölsch“ angeboten wird. Zudem ist der VRS seit Mitte des vergangenen Jahres als einer der ersten Verkehrsverbünde Deutschlands bei Facebook mit einer eigenen Seite vertreten.

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