30.03.2012

VRS legt bei den Fahrgastzahlen erneut zu

2011 waren 506,9 Millionen Kunden mit Bus und Bahn unterwegs


Köln, 30. März 2012. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) zieht eine positive Bilanz für das abgelaufene Jahr 2011. Im Vergleich zu 2010 konnte erneut eine Steigerung der Fahrgastzahlen und der Einnahmen erzielt werden. Der Trend zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hält an, insgesamt haben die Fahrgäste zwischen Januar und Dezember 2011 506,9 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn unternommen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung von 3,49 Millionen Fahrten bzw. 0,69 Prozent. Zum Vergleich: 2010 hat sich die Zahl der Fahrten um 1,3 Prozent erhöht. Die geringere Steigerung in 2011 lässt sich unter anderem durch den milden Winter erklären. Im Vergleichsjahr 2010 wechselten im schneereichen Dezember viele Autofahrer auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Das Ausbleiben dieses Effektes im vergangenen Dezember drückt insbesondere die Zahl der Fahrten mit Einzel-, Vierer- und TagesTickets (Bartarif) minimal nach unten.

Die Tariferlöse der 29 Verkehrsunternehmen im VRS stiegen um 21,6 Millionen Euro (+ 4,24 Prozent) auf 531,9 Millionen Euro. Wie in den Vorjahren liegt der Umsatzzuwachs über der Preisanpassung (2011: 2,7 Prozent). Dies bedeutet, dass Busse und Bahnen im VRS weiterhin neue Kunden gewinnen. „Diese positiven Zahlen zeigen, dass die Verkehrsunternehmen im VRS hervorragende Arbeit geleistet haben und dass das gute ÖPNV-Angebot von den Fahrgästen angenommen wird. Das Preis-Leistungsverhältnis ist stimmig und wird von den Kunden anerkannt. Das erfreut uns und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind“, so VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag.

Leichter Rückgang beim Bartarif – Starke Zuwächse bei Abotickets
Im Vergleich zu 2010 wurden im vergangenen Jahr 640.000 Fahrten weniger im Bartarif (Einzeltickets, Mehrfahrtentickets, Tages- und Gruppentickets durchgeführt. Gründe für den leichten Rückgang sind einerseits der schon angesprochene milde Dezember, andererseits aber auch die Tatsache, dass sich viele Kunden des Bartarifs für den Erwerb eines Zeitfahrausweises entschieden haben. Insgesamt wurden im Bartarif 62,1 Millionen Fahrten (- 1,0 Prozent) verzeichnet. Das entspricht einem Umsatzvolumen von 158,3 Millionen Euro (+ 4,0 Prozent). Immer mehr VRS-Fahrgäste nutzen die attraktiven Zeitfahrausweise und Abonnements für Erwachsene. 225 Millionen Fahrten entfielen 2011 auf dieses Ticketsegment. Das bedeutet einen Zuwachs von 14,2 Millionen Fahrten bzw. 6,7 Prozent gegenüber 2010. Die weiterhin gestiegene Beliebtheit dieser Tickets findet ihren Niederschlag auch in der Kundenstatistik: 2011 waren insgesamt 378.300 Kunden im Besitz eines Zeitfahrausweises bzw. eines Abos. Gegenüber 2010 hat sich damit die Zahl der VRS-Stammkunden um 18.200 Kunden (+ 4,8 Prozent) erhöht. „Die Kundenbindung im VRS steigt weiterhin, das ist eine äußerst positive Entwicklung“, freut sich Dr. Schmidt-Freitag. Ausschlaggebend für diese erfreulichen Zahlen sind unter anderem die JobTickets, die weiterhin hohe Steigerungsraten aufweisen. Im Jahr 2011 fuhren insgesamt 216.200 Berufstätige mit einem JobTicket, das sind 11.900 Kunden (+ 5,8 Prozent) mehr als 2010. Doch nicht nur beim JobTicket sind Zuwächse zu verzeichnen, auch die Beliebtheit der MonatsTickets (+ 4,8 Prozent) und des Aktiv60Tickets (+ 7,5 Prozent) ist weiterhin gestiegen. Der Verkauf des Formel9Tickets dagegen ist wie bereits im Vorjahr leicht rückläufig (- 2,1 Prozent).

Demographischer Wandel macht sich bemerkbar
Sorge macht indes die Entwicklung der Schülerzahlen. In fast allen Gebietskörperschaften des Verbundgebietes sind rückläufige Schülerzahlen zu verzeichnen. Folglich sank auch die Zahl der jungen VRS-Kunden, die mit den ZeitTickets für Auszubildende unterwegs waren. Insgesamt wurden mit diesen Tickets 196,6 Millionen Fahrten unternommen, das sind 3,23 Millionen Fahrten weniger als 2010. Die Problematik sinkender Schülerzahlen als Folge des demographischen Wandels wird sich in den kommenden Bilanzen noch mehr bemerkbar machen. Vor allem für den ländlichen Raum kündigt sich damit eine besorgniserregende Entwicklung an, da hier der Schülerverkehr das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrsangebots darstellt. Bereits heute hat sich die Situation insbesondere für die Busunternehmen verschärft. Bedingt durch den Nachmittagsunterricht müssen in vielen Gebietskörperschaften zusätzliche Fahrten angeboten werden.

Vor diesem Hintergrund hat der VRS im vergangenen Sommer ein neues Tarifkonzept für den Ausbildungsverkehr eingeführt. Kernstück: die verbundweite Einführung des SchülerTickets ab dem Schuljahr 2011/2012. Damit konnten ab dem 1. August 2011 alle Schüler der bezugsberechtigten Schulen 365 Tage im Jahr ohne zeitliche Einschränkungen mit Bussen und Bahnen im Verbundgebiet fahren. Zeitgleich wurde das SchülerjahresTicket, das nur für Fahrten zwischen Wohnort und Schule gilt, zum 31. Juli 2011 vom Markt genommen sowie der Verkauf von JuniorTickets zum 31. August 2011 eingestellt. Durch diese Maßnahmen wurde das Ticketangebot im VRS gestrafft und vereinfacht: Das ganztägig geltende SchülerTicket ersetzt damit die sehr spezifischen Tarifangebote nur für den Schulweg oder – wie das JuniorTicket – nur für die Freizeit. „Das SchülerTicket ermöglicht eine unkomplizierte Nutzung des ÖPNV sowohl im Schul- als auch im Freizeitbereich zu einem günstigen Preis. Der große Vorteil dieses Tickets ist es, dass die Nutzer verbundweit ohne zeitliche Einschränkungen unterwegs sein können“, so Wilhelm Schmidt-Freitag. Insgesamt fuhren 2011 172.800 junge Kunden (+13.500) mit dem SchülerTicket, das bedeutet eine Steigerung von 8,5 Prozent. Zuwächse gab es auch beim StarterTicket, hier stieg die Nutzerzahl um 900 (5,7 Prozent) auf 16.600. Ein minimaler Rückgang ist dagegen beim SemesterTicket zu verzeichnen, hier sank die Kundenzahl um 900 (- 0,8 Prozent) auf 105.700 Kunden.

VRS bedauert Aussetzung der MobilPass-Tickets
Eine unerfreuliche und auch nicht vorhersehbare Entwicklung ergab sich hingegen bei den MobilPass-Tickets („Sozialticket“). Der Verkauf der rabattierten Vierer- und Monatstickets muss wegen der ungeklärten Haushaltssituation in Nordrhein-Westfalen vorerst ausgesetzt werden. Der VRS bedauert die Aussetzung der MobilPass-Tickets außerordentlich, da alle Beteiligten im Verbundraum einschließlich der JobCenter, der Sozialämter und des LVR mit hohem Engagement dazu beigetragen haben, dass im VRS als einzigem Verkehrsverbund in NRW ein flächendeckendes Sozialticket angeboten werden konnte. Zu einer Wiederaufnahme des Verkaufs der rabattierten Tickets außerhalb der Städte Bonn und Köln wird es kommen, wenn eine neue Landesregierung mit der Verabschiedung des Haushaltes die entsprechenden Fördervoraussetzungen für 2012 und darüber hinaus schafft.

Der VRS feiert seinen 25-jährigen Geburtstag
Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg feiert in diesem Jahr ein echtes Jubiläum: Vor 25 Jahren wurde der VRS in Köln gegründet. Mit dem Ziel, den öffentlichen Personennahverkehr schneller und einfacher zu gestalten, ging der Verbund 1987 an den Start. Zwölf Verkehrsunternehmen schlossen sich damals zusammen, um den Bürgerinnen und Bürgern aus der Region Köln, Bonn, Leverkusen und den umliegenden Kreisen die Möglichkeit zu bieten, mit nur einem Fahrausweis kommunenübergreifend Busse und Bahnen nutzen zu können. Die Zahl der Fahrten mit Bus und Bahn hat sich in diesem Vierteljahrhundert rasant erhöht: Während 1988 im Verbundgebiet 277,8 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn gezählt wurden, sind es 2011 506.9 Millionen Fahrten – eine satte Steigerung von 229 Millionen bzw. 82 Prozent.
Damals wie heute sorgt der VRS im Verbundgebiet für einheitliche Tickets und Preise, aufeinander abgestimmte Fahrpläne und unternehmensübergreifende gemeinsame Informations- und Serviceleistungen. Die Aufgaben sind im Laufe der Jahre nicht weniger geworden, so unterstützt der VRS neue Mobilitätsangebote und steht den Kommunen und Unternehmen als Ratgeber bei allen Nahverkehrs- und Mobilitätsbelangen zur Seite. Im Jubiläumsjahr organisiert der VRS eine Vielzahl von Veranstaltungen für seine Kunden. Neben den bekannten Aktionen wie den Zoo-Familientagen und den Walking Days gibt es in diesem Jahr auch einen Bandwettbewerb für Schulen und ein großes Kundenfest am Tanzbrunnen am 16. September. 

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