14.01.2003

VRS-Forderung: Ausbau der Infrastruktur für mehr Pünktlichkeit der Bahn

Durchschnittliche Pünktlichkeit liegt derzeit bei 90 Prozent


Köln. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) fordert eine dringende Verbesserung der Infrastruktur für eine höhere Pünktlichkeit der Bahn. Derzeit liegt die durchschnittliche Pünktlichkeit der Bahn auf den drei VRS-Dieselstrecken Köln-Gummersbach, Bonn-Euskirchen und Köln-Jünkerath mit 95 Prozent sogar weit über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Doch auf den übrigen VRS-Strecken hapert es mit der Pünktlichkeit. Hier beträgt der Durchschnittswert der letzten elf Monate nur 90 Prozent - damit erheblich weniger als vertraglich vereinbart. Gründe hierfür liegen neben den derzeit schlechten Witterungsbedingungen, insbesondere auch in der nicht ausreichenden Infrastruktur.

Kölns Nadelöhre: Hauptbahnhof und fehlender Westring
Ein Nadelöhr ist vor allem der Kölner Hauptbahnhof. Hier fordert der VRS den zwingenden Ausbau der Gleise 12 und 13, um die Pünktlichkeit der Züge sicherstellen zu können. "Allein durch die Umsetzung der ersten Stufe des ITF2 zum Fahrplanwechsel am 15.12.2002 wurde das Angebot auf den Schienen des VRS von jährlich rund 14 Mio. Zkm um ca. 2,5 Mio. Zkm/ a auf ca. 16,5 Mio. Zkm im Jahr erhöht. Das heißt, dass im Knotenbereich Köln beträchtlich mehr Züge fahren. Die Kapazität des Kölner Hauptbahnhofes muss diesem Angebot und der noch steigenden Nachfrage dringend angepasst werden.", begründet Walter Reinarz, Geschäftsführer des VRS die Forderung. Ein weiteres Nadelöhr ist der seit vielen Jahren in Planung befindliche Westring. Als wesentliches Element des Kölner S-Bahnnetzes bedeutet er nicht nur eine schnelle Verbindung in Richtung Bonn, Eifel sowie Erftkreis, sondern mehr noch - durch einen eigenen Gleiskörper - eine große Entlastung des Kölner Schienennetzes, dass der derzeit von S-Bahn, IC oder Nahverkehrszügen gleichzeitig genutzt wird.

Maluszahlungen für zusätzliche Verkehrsleistungen verwendet
Am mangelnden Anreiz für die Deutsche Bahn AG, ihre Züge pünktlich fahren zu lassen, liegt es nicht. Für nicht oder schlechter als vertraglich gefordert erbrachte Leistungen der Bahn hat der VRS Malusregelungen vereinbart. Von Januar bis November 2002 zahlte die Deutsche Bahn hierfür ca. 2 Mio. Euro. Mit diesen Maluszahlungen finanziert der VRS zusätzliche Verkehrsleistungen, die den Kunden zugute kommen, die den Nachteil eines unpünktlichen Zuges ertragen mussten. Ein Beispiel hierfür sind u.a. die NachtExpressPlus-Verkehre auf der S 11 Köln-Bergisch Gladbach.


Abdruck honorarfrei/ Beleg erbeten an: Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH/ Frau Kirsten Sander/ Krebsgasse 5-11/ 50667 Köln/ Tel. 0221/ 20808-47/ Fax 0221/ 20808-40/ Email: kirsten.sander@vrsinfo.de