15.03.2010

VRS-Bilanz 2009: Trotz Wirtschaftskrise leichter Fahrgastzuwachs

Der moderate Zuwachs bei Fahrten und Einnahmen ging vor allem auf das Konto der Zeitfahrausweise.



Köln, 15. März 2010. Den schwierigen konjunkturellen Bedingungen zum Trotz verzeichnete der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) auch im Jahr 2009 einen moderaten Zuwachs bei Fahrten und Einnahmen. 494 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn haben die Menschen im Verbundraum 2009 unternommen, dies ist ein Zuwachs von ca. 3,3 Millionen Fahrten bzw. 0,7 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Tariferlöse der Verkehrsunternehmen auf 483 Millionen Euro, ein Umsatzplus gegenüber 2008 von 3,8 Prozent. "Fahrgast- und Umsatzentwicklung belegen, dass der Trend zur Nutzung öffentlicher Nahverkehrsmittel auch in der Krise anhält", bilanziert VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag. Allerdings bleibt auch der öffentliche Personennahverkehr von der Wirtschaftskrise nicht gänzlich verschont. Zum Vergleich: 2008 war die die Zahl der Fahrten mit Bus und Bahn noch um knapp 1,7 Prozent gestiegen.

Konjunkturschwäche trifft besonders die Bartarife
2009 wurden etwa 1 Million Fahrten weniger mit Tickets des Bartarifs - also mit Einzeltickets, Mehrfahrtentickets, Tages- und Gruppentickets - durchgeführt als noch ein Jahr zuvor. Ursächlich für diese Entwicklung dürfte vor allem die Wirtschaftskrise sein, die im vergangenen Jahr auch zu Einschränkungen von Freizeit- und Mobilitätsaktivitäten geführt hat. Gleichwohl werden immer noch etwa 60 Millionen Fahrten mit diesen Tickets durchgeführt. Dies entspricht einem Umsatzvolumen für 2009 von 144 Millionen Euro und unterstreicht die Bedeutung dieses Ticketsegmentes im Hinblick auf die Finanzierung der Nahverkehrsleistungen im VRS.

Deutlich gestiegene Kundenbindung im VRS
Trotz oder gerade wegen der wirtschaftlichen Abschwächung nutzen immer mehr VRS-Kunden die attraktiven und preisgünstigen Zeitfahrausweise. 187,2 Mio. Fahrten entfielen 2009 auf dieses Ticketsegment, dies ist ein Zuwachs von 4,7 Millionen Fahrten bzw. 2,6 Prozent gegenüber 2008. Die gestiegene Nachfrage nach diesen Tickets findet ihren Niederschlag auch in der Kundenstatistik. 2009 waren rund 345.000 Erwachsene im Besitz eines Zeitfahrausweises und konnten Bus und Bahn (fast) jederzeit und (fast) überall nutzen. Gegenüber 2008 hat sich damit die Zahl der VRS-Stammkunden um 7.500 bzw. 2,2 Prozent erhöht. Mit Blick auf das Jahr 2003, dem Zeitpunkt vor Einführung des neuen Preissystems, konnten sogar insgesamt rund 64.000 neue Kunden hinzugewonnen werden, davon allein 23.000 Kunden mit verbundweit gültigen Netztickets.
Besonders erfreulich verläuft weiterhin die Entwicklung beim Aktiv60Ticket. Ende 2009 waren knapp 34.000 VRS-Kunden im Besitz dieses Tickets, gegenüber dem Jahresbeginn ist dies ein Abonnentenzuwachs von 3.500 Kunden bzw. 11,5 Prozent.

Demographische Entwicklung belastet Ausbildungsverkehr
Während der Nachfragerückgang bei den Bartarifen auf die Konjunkturschwäche und die verstärkte Nutzung von Zeitfahrausweisen für Erwachsene zurück zu führen ist, haben die leichten Fahrgastverluste im Ausbildungsverkehr ihre Ursachen in rückläufigen Schülerzahlen. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Trotzdem bleibt der Ausbildungsverkehr auch zukünftig für viele Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet das wichtigste Marktsegment, insbesondere für die Verkehrsunternehmen außerhalb der beiden Ballungszentren Köln und Bonn. Die VRS-Fahrtenstatistik 2009 liefert den Beweis. Trotz eines Fahrtenrückgangs von etwa 660.000 Fahrten im Vergleich zum Vorjahr haben die etwa 610.000 Schüler, Auszubildenden und Studierenden in 2009 etwa 201 Millionen Fahrten unternommen.

Entwicklung in 2010 noch unsicher
Deutschlands führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für das Jahr 2010 zwar eine leichte wirtschaftliche Belebung. Ob daraus für den öffentlichen Personennahverkehr zusätzliche Nachfrageimpulse erwachsen bleibt abzuwarten. Für den Verbundraum Rhein-Sieg wird erwartet, dass sich die Fahrgastzahlen auf dem erreichten hohen Niveau stabilisieren. Konjunkturell bedingte Fahrtenrückgänge bei einzelnen Ticketangeboten des Bartarifs können in der ersten Jahreshälfte dabei nicht ausgeschlossen werden. Mit leichten Fahrgastrückgängen im Ausbildungsverkehr ist aufgrund rückläufiger Schülerzahlen sowohl in 2010 als auch in den Folgejahren zu rechnen. Dagegen dürfte der Fahrtenzuwachs bei den Zeitfahrausweisen des Erwachsenentarifs auch in diesem Jahr weiter anhalten. Dies betrifft das JobTicket und vor allem das Aktiv60Ticket. Bei weiter steigenden Seniorenzahlen wird dieses Ticketangebot zusätzliche Interessenten finden.

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