13.10.2004

VRS-Beirat beschließt Preisanpassung zum 01.02.2005

Erstmals keine lineare Tarifanpassung...


Köln. Ab dem 1. Februar 2005 gelten neue Preise im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS). Vorbehaltlich der Zustimmung der Zweckverbandsversammlung am 01. Dezember 2004, werden die Preise durchschnittlich um 3,9 Prozent angehoben. Die in den Jahren zuvor jeweils zum Jahreswechsel vorgenommene Preisanpassung musste verschoben werden, da im Februar dieses Jahres ein neues Tarifsystem eingeführt wurde. Für eine seriöse und ausgewogene Preisanpassung mussten zunächst die Verkaufszahlen der ersten sechs Monate vorliegen und die Kundenakzeptanz des neuen Preissystems bekannt sein. Zum ersten Mal seit Gründung des Verbundes nimmt der VRS keine lineare Tarifanpassung vor. Das heißt, jedes Ticketangebot wurde auf sein bisheriges Preisniveau hin untersucht und darauf basierend die Anpassung vorgenommen. Daraus ergab sich, dass z. B. Einzeltickets unterdurchschnittlich angehoben werden. Leistungsfähigere und ermäßigte Tickets, z. B. Formel9- und JobTicket, unterliegen einer stärkeren Preiserhöhung. Mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 3,9 Prozent liegt der VRS deutlich unter den zehn Prozent, die der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen für notwendig hält.

Preisanpassung von Nöten
Höhere Kosten auf Seiten der Verkehrsunternehmen machen eine Anpassung zum 01.02.2005 nötig. So sind die Energiekosten stetig steigend. Die Lohn- und Sachkosten erhöhen sich Jahr für Jahr. Und parallel dazu kürzen Bundesrat und Bundestag die Ausgleichszahlungen für die ermäßigte Beförderung von Auszubildenden allein im nächsten Jahr um acht Prozent. Für den Verbundraum bedeutet das eine Kürzung von ca. 2,6 Millionen Euro. Diese gravierende Ertragskürzung kann wirtschaftlich von den Verkehrsunternehmen nicht verkraftet werden. Ohne diese Kürzungen läge die Preisanpassung in 2005 bei etwa 2,5 Prozent. Auch die Einführung der Studiengebühren hat Auswirkungen auf die Einnahmen der Verkehrsunternehmen. Verbundweit wird ein Rückgang der Studierenden von derzeit 120.000 auf 100.000 erwartet. Der Umsatzrückgang beläuft sich dadurch auf ca. eine Million Euro.

Die Preisanpassung im Detail
Die Preise für Einzeltickets Erwachsene werden im Durchschnitt um 3,6 Prozent angehoben. Mit Ausnahme des KurzstreckenTickets, dessen Preis steigt um zehn Cent. Die Preisanpassung der 4er Tickets beläuft sich durchschnittlich auf 1,8 Prozent. Tagestickets für eine bzw. fünf Personen werden im Mittel um 2,9 Prozent angehoben. Die Einzelticketpreise für Kinder werden um durchschnittlich 2,9 Prozent erhöht. Die 4er-Ticketpreise für Kinder bleiben auch in 2005 stabil. Zeittickets, wie Wochen- und Monatstickets, werden im Durchschnitt um 4,3 Prozent erhöht. Die Preise der Zeittickets für Auszubildende werden um 4,1 Prozent angehoben. Ebenfalls ausgenommen von der Tarifanpassung ist das SemesterTicket. Für dieses Tarifangebot gibt es bereits eine vertragliche Bindung mit den Asten. Erstmals nach Einführung des SchülerTickets vor drei Jahren gibt es die erste Preisanpassung für Endabnehmer.

 

Abdruck honorarfrei/ Beleg erbeten an: Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH/ Ariane Weber/ Krebsgasse 5-11/ 50667 Köln/ Tel. 0221/ 20808-47/ Fax: 0221/ 20808-40/ Email: ariane.weber@vrsinfo.de