31.10.2003

Verspätungen der Deutschen Bahn nicht zumutbar

VRS zieht für den Nahverkehr auch in diesem Jahr Konsequenzen...


Köln. Aufgrund der aktuellen massiven Verspätungen wird der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) von der DB Regionalbahn Rheinland "Strafbeträge" in Millionenhöhe zurückfordern. Als Besteller der Verkehrsleistungen kann der VRS von der Deutschen Bahn (DB) für Leistungen, die schlechter als vertraglich vereinbart ausfallen, Strafzahlungen verlangen. "Im vergangenen Jahr wurden von der DB insgesamt ca. 2,6 Millionen Euro zurückgefordert. In dieser Größenordnung werden wir uns auch 2003 bewegen," erläutert VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober. Die Zahlungen werden in zusätzliche Verkehrsleistungen investiert, die den Kunden zugute kommen - zum Beispiel in die NachtExpressPlus-Verkehre auf der S 11 Köln-Bergisch Gladbach. Insgesamt bestellt der VRS 16,5 Millionen Zugkilometer für 122 Millionen Euro.

Mangelnde Infrastruktur Hauptursache für Verspätungen
Besonders auf der Strecke der S-Bahnlinie S 13 kommt es durch die herbstliche Witterung zu massiven Verspätungen: Die modernen Elektrotriebwagen (ET) 423 sind den Anforderungen nicht gewachsen: "Statt mit Tempo 120 kann hier nur mit 80 Kilometern pro Stunde gefahren werden. Hier ist sicherlich neben der DB auch die Industrie, die diese Wagen geliefert hat, in die Pflicht zu nehmen," so Norbert Reinkober weiter. Doch nicht nur das Wetter, auch die Rahmenbedingungen setzen dem Nahverkehr auf der Schiene enge Grenzen. Zahlreiche Baustellen, etwa auf der Siegstrecke oder der linken Rheinstrecke, führen zu Langsamfahrstellen, welche die Unpünktlichkeit zusätzlich erhöhen. Hinzu kommt das bereits heute überlastete Nadelöhr des Kölner Hauptbahnhofs. Norbert Reinkober: "Zwar haben wir unser Leistungsangebot mit dem Fahrplanwechsel im vergangenen Winter um 2,5 Millionen Zugkilometer erhöht, doch gilt es jetzt, auch die Infrastruktur dringend weiter zu verbessern. Die Kürzungen des Zugangebotes, wie es die geplante Änderung des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr in NRW (ÖPNV-Gesetz NRW) vorsieht, wird auch im VRS zu schmerzhaften Einschnitten für die Kunden führen. Wir hoffen, dass die Gesetzesänderungen zum Wohle unserer Fahrgäste, die bereits jetzt in überfüllten Zügen fahren, nochmals überdacht wird."

 


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