07.05.2001

SchülerTicket, 07.05.2001


Köln. Die Verabschiedung eines Fortschreibungsmodells für das VRS-SchülerTicket sowie die Tarifanpassung und Vereinfachung des bisherigen Tarifsystems bestimmten die Tagesordnung der heutigen VRS-Kommunalbeiratssitzung.

SchülerTicket: 3 Modelle - 1 Ticket
Das VRS-SchülerTicket erfreut sich vor allem in den Städten Köln und Bonn großer Beliebtheit. Im Stadtgebiet Bonn weist es bereits eine Abnahmequote von über 70 Prozent auf. Um das SchülerTicket aber auch für die ländlichen Regionen im VRS interessanter zu gestalten, entwickelte die VRS-GmbH ein für NRW wegweisendes, verbundweites Fortschreibungsmodell: Ab dem Schuljahreswechsel 2001/ 2002 wird es neben dem bereits bestehenden Solidar-Modell und dem Kölner-Modell ein Fakultativmodell geben. Sein großer Vorteil: Das SchülerTicket ist auf freiwilliger Basis für alle Schüler weiterführender Schulen im Abo frei erhältlich. Sobald der Schulträger beschließt, das SchülerTicket an seinen Schulen einzuführen, belaufen sich die Kosten für freifahrtberechtigte Schülerinnen und Schülern auf DM 20,- pro Monat. Dass ein Eigenbeitrag von den Freifahrtberechtigten zu entrichten ist, wurde per Erlass der Landesregierung NRW beschlossen. Die Geschwisterkinder bezahlen als zweites Kind DM 10,-. Das dritte Kind erhält das SchülerTicket kostenlos. Für selbstzahlende Schülerinnen und Schüler beträgt der Preis DM 39,-. Unabhängig davon, gibt es, wie bereits erwähnt, in Köln ein von der Stadt Köln gefördertes SchülerTicket zum Einheitspreis von DM 25,- für Selbstzahler und DM 20,- für Freifahrtberechtigte. Für den VRS-Geschäftsführer Walter Reinarz ist damit erstmals gewährleistet, dass alle Schülerinnen und Schüler verbundweit unabhängig von der Abnahmequote an der Schule ein SchülerTicket erhalten.
Tarifanpassung zum 01. Januar 2002 um durchschnittlich 2,39 Prozent
Ab 01.01.2002 wird im VRS eine Fahrpreisanpassung vorgenommen, die bei den Verkehrsunternehmen zu Mehreinnahmen von durchschnittlich 2,39 Prozent führt. Vor dem Hintergrund, dass die Preissteigerungsrate in NRW bereits 2,9 Prozent beträgt, wurde diese Fahrpreisanpassung vom Kommunalbeirat der VRS-GmbH als überaus moderat bezeichnet. Gründe für die Tarifanhebung sind neben der wachsenden Inflationsrate die steigenden Dieselkraftstoffpreise, die zum 01.01.2002 vorgesehene Erhöhung der Ökosteuer sowie die Euro-Umstellungskosten. So stiegen allein die Dieselkraftstoffpreise vom Dezember 1999 bis zum April 2001 von DM 113,55 auf DM 128,68 pro 100 Liter. Für das Jahr 2002 wird sogar ein Preis von DM 137,68 pro 100 Liter prognostiziert. Das bedeutet eine Steigerung seit 1999 um 21 Prozent. Hinzukommen die Kosten für die EURO-Umstellung von VRS-weit 9 Millionen D-Mark. Durch die bereits bestehenden Tarifabschlüsse sind Personalkostensteigerungen in Höhe von 8,2 Millionen D-Mark ab 01.01.2002 festgeschrieben. Die vorgesehene Erhöhung der Beförderungsentgelte bedeutet für die Verkehrsunternehmen im VRS eine Steigerung der Einnahmen um ca. 14,3 Millionen D-Mark. Verglichen mit den vorgenannten Kostensteigerungen wird wiederum deutlich, dass die Tarifanpassung hätte eigentlich noch höher ausfallen müssen.

Vereinfachung des Tarifzonensystems ab 2003
"Der Kunde steht im Mittelpunkt unseres Bemühens. Das bisherige Tarifzonen- bzw. Teilzonensystem ist jedoch wenig übersichtlich und uns somit nicht kundenfreundlich genug. Vor allem VRS-Gelegenheitskunden haben Probleme mit der Verständlichkeit des Systems.", so Landrat Frithjof Kühn, Vorsitzender des Kommunalbeirates der VRS-GmbH, und Martha Kölzer, Vorsitzende der Zweckverbandsversammlung der VRS-GmbH, über die Gründe, die Geschäftsführung der VRS-GmbH zu beauftragen, eine Tarifvereinfachung vorzubreiten. VRS-Geschäftsführer Walter Reinarz sagte den Mitgliedern des Kommunalbeirates zu, im Einvernehmen mit den Entscheidungsträgern aus Kommunen und Verkehrsunternehmen bis zum 01.01.2003 ein Konzept zu entwickeln und einzuführen.