10.07.2006

Positives Fazit WM-Verkehr (10.07.2006)


Die 340.000 zusätzlichen Zug-Kilometer, die die Deutsche Bahn für die WM in NRW eingeplant hatte, haben sich wegen hoher Nachfrage um weitere 20.000 Kilometer auf insgesamt 360.000 erhöht. Mit dem kurzfristigen Einsatz von Sonderzügen reagierten die verantwortlichen Verkehrsplaner auf den großen Besucheransturm bei den Achtel-, Viertel- und Halbfinalspielen in den NRW-Spielorten und beim Public Viewing der deutschen Spiele. "Wir haben unser Ziel, alle Fahrgäste rechtzeitig zu den Spielen und Veranstaltungen zu bringen, erreicht. Der Einsatz von Sonderzügen bei Spielen mit besonders hohem Fanaufkommen war bereits im Vorfeld geplant und erwies sich im Nachhinein als richtige und notwendige Maßnahme", resümiert Heinrich Brüggemann, Geschäftsführer der DB Regio NRW. Im Fernverkehr wurden während der FIFA-Fußball WM in NRW 129 Entlastungszüge und 36 Charter-Züge (u. a. für brasilianische Fans) gefahren. Über 600 Züge fuhren mit einem vergrößerten Platzangebot.

Noch mehr Fahrgäste in den Spielorten
Die Verkehrsunternehmen KVB (Köln), DSW21 (Dortmund) und BOGESTRA (Gelsenkirchen) verbuchten während der WM rund 4 Millionen zusätzliche Fahrten in ihren Bussen und Bahnen. Denn zu den etwa 1,2 Millionen Fahrgästen, die mit der Deutschen Bahn in die WM-Spielorte reisten, kamen vor Ort zahlreiche Besucher, die ihr Auto zu Hause oder außerhalb der Innenstädte stehen ließen und mit dem ÖPNV zum Stadion oder Public Viewing fuhren. Etwa 1,9 Millionen zusätzlichen Fahrten verzeichnete die DSW21, circa 1,5 Millionen waren es bei der KVB und rund 1,3 Millionen bei der BOGESTRA. Dieses hohe zusätzliche Fahrgastaufkommen wurde mit zahlreichen zusätzlichen Bahnen, Bussen und Taktverdichtungen aufgefangen. Die Abstimmungen zwischen den Verkehrsunternehmen und der DB haben sich bei dieser großen betrieblichen Herausforderung bewährt.

Gesamtkonzept hat gut funktioniert - kurzfristige Engpässe waren unvermeidbar
Trotz der umfangreichen Zusatz- und Entlastungsverkehre kam es aufgrund des immensen Fanaufkommens hier und da zu unvermeidbaren Engpässen und damit verbundenen Verzögerungen im Betriebsablauf. Diese führten aber letztlich nie dazu, dass Fahrgäste ein Spiel oder eine Veranstaltung verpassten. Vor allem das Halbfinalspiel der deutschen Mannschaft in Dortmund setzte am Ende noch mal einen Höhepunkt für den NRW-Nahverkehr: Fast alle der rund 200.000 Fans reisten mit Zug, Bus und Bahn nach Dortmund. "Die Kapazitätsgrenzen waren zum Teil beim Halbfinale einfach ausgereizt, trotz 100 kurzfristig bereitgestellter Sonderzüge. Betrachtet man den gesamten WM-Zeitraum fällt das Fazit dennoch sehr positiv aus. Wir hatten mit drei Spielorten, 16 WM-Spielen und vielen großen Public Viewing Veranstaltungen eine besondere Situation in NRW und haben deshalb mit unserem Nahverkehrskonzept etwas Einzigartiges in Deutschland umgesetzt. Nirgends sonst haben Bus und Bahn soviel zusätzliche Leistungen erbracht wie hier", so Jürgen Hambuch, WM-Gesamtkoordinator des NRW-Nahverkehrs. Vor allem hervorzuheben ist das gemeinsame Engagement aller Beteiligten: "Die landesweite Zusammenarbeit der Verbünde und Verkehrsunternehmen hat dafür gesorgt, dass der Nahverkehr einen unverzichtbaren Beitrag zum Gelingen der WM in NRW beitragen konnte. Hinzu kam der unermüdliche Einsatz der vielen Mitarbeiter vor Ort, denen ein besonderer Dank gilt", so Hambuch weiter.

Ticketversorgung verlief reibungslos
Fahrgäste, die den NRW-Nahverkehr zur WM genutzt haben, hatten auch ein gültiges Ticket, so das Fazit zur Ticketversorgung. Denn bereits im Vorfeld der WM erhielten viele Besucher ihre Fahrtberechtigung für den Nahverkehr in NRW ganz automatisch, wenn sie beispielsweise eine Eintrittskarte für ein WM-Spiel hatten oder während der Weltmeisterschaft im WM-Camp in den Dortmunder Westfalenhallen übernachtet haben. Außerdem konnten in NRW als einzigem Bundesland auch die rund 2.000 bei der FIFA akkreditierten Journalisten aus aller Welt ebenso wie die ehrenamtlichen FIFA-Volunteers während der gesamten vier Wochen den Nahverkehr kostenfrei nutzen. "Nicht nur mit dem Leistungsangebot, sondern auch beim Ticketing hat NRW zur WM bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen, was man an der Tatsache erkennt, dass nur hier die akkreditierten Journalisten den gesamten Nahverkehr kostenfrei nutzen konnten", erläutert Klaus Vorgang, Vorstand des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Wie viele und vor allem welche Tickets während der Weltmeisterschaft im NRW-Nahverkehr verkauft wurden, wird erst in einigen Wochen feststehen.

Fahrgäste nutzten das umfassende Informations- und Serviceangebot
Neben den 2,6 Millionen verteilten Broschüren "Informationen zu Bus und Bahn in NRW", war das Internet der zweite wichtige Informationsweg für WM-Gäste in NRW. Rund 61.000 Zugriffe gab es zwischen dem 15. April und dem 06. Juli 2006 auf die WM- Internetseite des NRW-Nahverkehrs "wir-bringen-sie-hin.de".


Hohe Einsatzbereitschaft von Servicemitarbeitern und City-Volunteers
600 Service- und 300 Sicherheitskräfte waren mit großer Einsatzbereitschaft für die Verkehrsunternehmen in den WM-Städten im Einsatz. Hinzu kamen dort rund 500 City-Volunteers. In Dortmund waren diese Freiwilligen insgesamt 6.200 Stunden im Einsatz. In Köln gaben die City-Volunteers insgesamt 10.270 Stunden Informationen an die Gäste aus aller Welt weiter. Für alle Beteiligten, die Städte Köln und Dortmund, DSW21 und KVB, VRS und VRR war es ein großer Gewinn mit den City-Volunteers zu arbeiten. "Die jungen Menschen haben dazu beigetragen unsere Region als gastfreundlich, engagiert, kompetent und begeistert in der Welt bekannt zu machen. Dafür gilt ihnen unser besonderer Dank", resümiert Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg.

AISEC-Befragung bewertet Nahverkehr positiv
Eine repräsentative Befragung der internationalen Studentenorganisation AISEC bestätigt die positiven Eindrücke des Nahverkehrs während der WM. 4.000 WM-Touristen aus aller Welt wurden während der Vorrunde in den zwölf WM-Städten zu verschiedenen Themen in Verbindung mit dem Großereignis befragt. Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit dem Nahverkehr schnitten alle drei NRW-Spielorte gut ab. Auf einer Skala von null bis zehn, wobei zehn die Bestnote ist, erreichte Gelsenkirchen die Durchschnittsnote 8,44, Köln kam auf 8,21 und der Nahverkehr in Dortmund wurde mit 7,42 ebenfalls deutlich positiv bewertet.


Kontakt:
Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS)
Pressesprecherin Ariane Weber
Telefon: (02 21) 2 08 08 47
Telefax: (02 21) 2 08 08 40