26.03.2003

NRW-Tarif - Planung, 26.03.2003

Grüne fordern "Qualitätspakt Nahverkehr" - Beim VRS bereits System hierfür entwickelt


Köln. Das VRS-KompetenzCenter Marketing NRW bringt federführend für die 9 Zweckverbände in NRW den NRW-Tarif auf den Weg. Dieser soll ab dem 01. Januar 2005 gelten und vor allem Pendlern die Fahrt zwischen den einzelnen Verkehrsverbünden erleichtern.
Bisher gelten auf verbundraumüberschreitenden Fahrten der Haustarif der Deutschen Bahn oder die Übergangstarife der Verbünde. Einige Kunden unterlaufen jedoch den Bahntarif, in dem sie die jeweiligen Tickets der Verbünde lösen, zwischen denen sie pendeln. Sie fahren damit zwar billiger, müssen aber, um das Ticket des sich anschließenden Verkehrsverbundes entwerten zu können, an der Verbundraumgrenze aussteigen. Das ist wenig kundenfreundlich findet der VRS und verhandelt derzeit mit der Deutschen Bahn. Damit legte der VRS bereits den Grundstein für die gestern erhobene Forderung der Grünen, die Probleme an den Verbundgrenzen zu lösen. Auch dem Ruf, eine Managementgesellschaft solle dafür sorgen, dass der NRW-Tarif eingeführt würde, kommt das VRS-KompetenzCenter zuvor, denn es arbeitet bereits mit Hochdruck an dem Konzept für den neuen Tarif. Außerdem haben sich bereits alle nordrhein-westfälischen Kooperationsräume zu einer gemeinsamen Managementebene, der Agentur Nahverkehr NRW, zusammengeschlossen.

Tarifharmonisierung - großer Schritt in Richtung NRW-Tarif
Die neun Zweckverbände in NRW haben zum Teil unterschiedliche Tarifstrukturen. Deren Harmonisierung ist ein erster großer Schritt in Richtung NRW-Tarif. So gilt es bspw. unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der Mitnahme von Fahrrädern und Hunden oder die Definition der Kinderaltersgrenze zu vereinheitlichen. Hierfür hat das VRS-KompetenzCenter, das die Harmonisierung NRW-weit koordiniert, eine Empfehlung ausgesprochen, welche Charakteristika der verschiedensten Tarifangebote angeglichen werden sollen. Der VRS führt die Tarifharmonisierung im Rahmen seiner Tarifstrukturreform ein, die zum 1.11.2003 umgesetzt werden soll. Walter Reinarz, Geschäftsführer des VRS, über die Hintergründe: "Der VRS verfügt zur Zeit über ein sogenanntes Tarifzonenmodell mit 173 Zonen. Mit der Tarifstrukturreform werden wir das Tarifgebietsmodell einführen, das sich ausschließlich an den kommunalen Grenzen orientiert und damit Grundlage für den NRW-Tarif ist."

VRS Vorreiter in Entwicklung eines Qualitätssicherungssystem
Die rot-grüne Koalition spricht sich laut Aussage der Grünen für die Installierung eines "Qualitätspaktes Nahverkehr" und damit für mehr Kundenorientierung bei Bussen und Bahnen aus. Dies wird vom VRS unterstützt, denn als Vorreiter unter den Verbünden in Deutschland hat er bereits ein solches Qualitätssicherungssystem entwickelt, das im Hinblick auf die bevorstehende Liberalisierung des Nahverkehrsmarktes, sowohl die Belange der Kunden als auch die Rahmenbedingungen der Verkehrsunternehmen berücksichtigt. Außerdem existiert im Schienenpersonennahverkehr für alle RE, RB- und S-Bahnzüge eine umfassende Qualitätskontrolle, die unter anderem Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen und Maluszahlungen der DB an den Verkehrsverbund Rhein-Sieg ist.

Abdruck honorarfrei/ Beleg erbeten an: Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH/ Kirsten Sander/ Krebsgasse 5-11/ 50667 Köln/ (Tel. 0221/ 20808-47/ Fax: 0221/ 20808-40/ Email: kirsten.sander@vrsinfo.de