03.05.2005

NRW-Tarif, 03.05.2005

Ab 12. Juni auch attraktive Angebote für Pendler...


Düsseldorf. Das Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung NRW teilt mit: Die Ticketfamilie des NRW-Tarifs erhält zum 12. Juni dieses Jahres Zuwachs: Dann können die Kunden auch für landesweite Fahrten auf ein komplettes Fahrkartensortiment zurückgreifen: vom SchöneReiseTicket für die Einzelfahrt bis zum SchönerMonatTicket im Abo. Damit kommen jetzt auch regelmäßige Nahverkehrskunden, die - beispielsweise im Berufsverkehr - über die Grenzen der Verkehrsverbünde pendeln, in den Genuss der Vorteile des NRW-Tarifs: ein Ticket für alle Busse und Bahnen landesweit.

"Der NRW-Tarif ist die logische Folge der Tarifpolitik des Landes und eine wesentliche Grundlage für einen modernen und kundenfreundlichen Nahverkehr", unterstrich NRW-Verkehrsminister Dr. Axel Horstmann im Rahmen der Landespressekonferenz den Stellenwert des Tarifs. "Damit sind wir auf dem richtigen Weg, neue Kundengruppen für Bus und Bahn zu erschließen und die heutigen Kunden auch langfristig zu binden. Insbesondere den vielen Pendlern im Land macht der NRW-Tarif jetzt attraktive Angebote." Das Prinzip des NRW-Tarifs ist bereits in der ersten Umsetzungsstufe bei den Fahrgästen sehr gut angekommen: Allein die DB AG hat im vergangenen Jahr insgesamt 812.000 landesweite Tickets verkauft. "Für mich ist das der beste Beweis, dass die Fahrgäste einfache und einheitliche Tarife wollen und wir mit unseren Anforderungen richtig liegen."

Zum 12. Juni löst der NRW-Tarif in Nordrhein-Westfalen den Nahverkehrstarif der Deutschen Bahn AG ab. Mit den Tickets des NRW-Tarifs kann der Kunde für landesweite Fahrten - wie von Essen nach Münster oder Bielefeld nach Dortmund - nicht nur den Zug benutzen, sondern auch die öffentlichen Verkehrsmittel an Start und Ziel seiner Reise: Bus, Straßen-, Stadt- oder U-Bahn. "Das neue Ticket bietet für wenig mehr Geld als für die bisherige reine Bahnfahrkarte - 70 Cent sind es bei der Einzelfahrt, 12,50 Euro im Monatsabo - ein erhebliches Plus an Leistung", erläuterte Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag, Leiter des KompetenzCenters Marketing NRW, das beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg angesiedelt ist, die Grundzüge. "Unsere Erfahrungen mit Tarifreformen dieser Art haben gezeigt, dass sich auch die Fahrgäste, die heute nur von Bahnhof zu Bahnhof fahren, schnell von den Vorteilen des neuen kombinierten Angebots überzeugen lassen."

Abonnenten, die an 20 Arbeitstagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bahnhof hin- und vom Bahnhof aus weiterfahren, zahlen damit weniger als 32 Cent pro Fahrt. Darüber hinaus können sie am Start und Ziel - in der Regel also am Wohn- und Arbeitsort - alle städtischen Verkehrsmittel nutzen, so oft sie wollen, auch am Wochenende.

Mit der weiteren Umsetzung des NRW-Tarifs sind jetzt auch die Tarifbestimmungen landesweit harmonisiert - beispielsweise liegt die Kinderaltersgrenze einheitlich bei 14 Jahren. Auch die Anerkennung der BahnCard 25 und der BahnCard 50 für EinzelTickets/Hin&Rück sowie Anschlusstickets konnte erreicht werden.

Für Heinrich Brüggemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Regio NRW ist mit dem NRW-Tarif ein wichtiger Meilenstein erreicht: "Wir sind fest davon überzeugt, unternehmerisch die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Der NRW-Tarif wird ein Erfolg. Unseren eigenen Tarif mussten wir dafür aufgegeben aber wir stehen zu unserer Entscheidung! Wir haben konsequent in unsere Verkaufstechnik investiert und rund 3000 Mitarbeiter geschult, damit der NRW-Tarif nun Realität wird." Die Bahn wird nun in Kürze ihre Stammkunden anschreiben und über die neuen Ticketangebote informieren. Im Internet unter www.nahverkehr.nrw.de können Fahrgäste in den kommenden Tagen auch Informationen abrufen, rechtzeitig zum Start wird im Internet auch eine kombinierte Tarif- und Fahrplanauskunft zur Verfügung stehen.

Während die PauschalpreisTickets bei allen DB-Verkaufsstellen und bei vielen Verkehrsunternehmen vor Ort, an Automaten und häufig auch beim Busfahrer erhältlich sind, gibt es die neuen Tickets vorerst bei der Deutschen Bahn, die allein in NRW über rund 1600 Automaten, 130 Reisezentren sowie mehr als 700 DB-Agenturen auch im ländlichen Raum verfügt.

"Mit der Umsetzung der zweiten Stufe des NRW-Tarifs haben wir ein großes Ziel erreicht, wir blicken aber weiter nach vorn", sagte NRW-Verkehrsminister Dr. Axel Horstmann. "Wir wollen noch Verbesserungen im Vertrieb und bei einigen tariflichen Details vornehmen, die wir aus organisatorischen und Kostengründen bislang zurückgestellt haben. Ich bin mir sicher, dass sich die konstruktive Zusammenarbeit der Akteure im NRW-Nahverkehr, die den Tarif zu ihrer und zu unserer gemeinsamen Sache gemacht haben, auch künftig fortsetzen wird."