21.03.2003

Neues Preissystem - Akzeptanzstudie, 21.03.2003

Verkehrsverbund legt Ergebnisse einer Akzeptanzstudie vor


Köln. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ließ im Rahmen einer Akzeptanzstudie im Herbst des vergangenen Jahres insgesamt 5.500 Personen aus dem gesamten Verbundgebiet zu einem neuen Tarifmodell befragen. Neben Bus- und Bahnnutzern - 2.700 Bartarif- und 2.250 Zeitkartenkunden - wurden auch 550 bisherige Nicht-Kunden um ihre Einschätzung gebeten. Rund 85 Prozent der Interviewten bewerteten das neue Tarifmodell des VRS als gut bzw. sehr gut. Im Durchschnitt wurde die Schulnote 2,0 vergeben, weil das geplante Tarifsystem durch eine einfachere Raumeinteilung wesentlich verständlicher wird. Dabei benoteten Stadt- und Umlandbewohner gleichermaßen gut. "Die Ergebnisse sind mehr als ermutigend.", freut sich VRS-Geschäftsführer Walter Reinarz. "Sie zeigen, dass wir auf dem richtigen Kurs sind."

Modell orientiert sich übersichtlich an kommunalen Grenzen
Für die geplante Reform des Tarifsystems hat der VRS gemeinsam mit seinen Verkehrsunternehmen ein neues Modell entwickelt: Dieses orientiert sich ausschließlich an den kommunalen Grenzen und soll künftig das derzeitige kleinräumige Teilzonen- und Tarifzonensystem ablösen. "Die Zahl der Tarifzonen soll von derzeit 173 auf 123 Tarifgebiete reduziert werden. Damit entwirren wir das heutige Tarifgeflecht erheblich und erleichtern vor allem Ortsfremden oder Kunden, die selten mit Bus und Bahn fahren den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel" fasst Reinarz die Ziele der Reform zusammen. "Deswegen freuen wir uns besonders, dass die bisherigen Nicht-Kunden dem neuen Tarifmodell gute Noten gaben."

Kurzstrecke gilt demnächst vier oder fünf Haltestellen
Eine im gesamten VRS einheitlich geregelte Gültigkeit der Kurzstrecke soll künftig für zusätzliche Transparenz sorgen: Sie wird sich nach der Anzahl der durchfahrenen Haltestellen richten. Derzeit werden zwei Varianten diskutiert, wonach entweder die vierte oder die fünfte Haltestelle nach dem Einstieg das Ende der Kurzstrecke bildet. Auch hier ist die Akzeptanz unter den Befragten sehr hoch. Die erste Variante würde 60 Prozent der Fahrgäste weiterhin die Möglichkeit bieten, die Kurzstrecke zu nutzen. 30 Prozent sind bereit, den Preis der nächst höheren Preisstufe zu zahlen. Nur ein geringer Prozentsatz von 6 Prozent hat angegeben, Bus und Bahn in diesem Fall nicht mehr zu nutzen. "Erfahrungsgemäß ist die Gefahr einer Abwanderung in der Realität deutlich geringer, denn die neuen Stadt- bzw. Gemeindetarife machen öffentliche Verkehrsmittel schon durch die rabattierten Mehrfahrtenkarten deutlich attraktiver", so Walter Reinarz.

Die Ergebnisse der Akzeptanzstudie fließen zurzeit in die Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit des neuen Tarifmodells ein. Erst nach Abschluss dieses Prozesses werden die zuständigen Gremien des VRS - voraussichtlich im Mai/Juni 2003 - eine endgültige Entscheidung über die Einführung des neuen Tarifsystems treffen.

 

Abdruck honorarfrei/ Beleg erbeten an: Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH/ Kirsten Sander oder Ute Reuschenberg/ Krebsgasse 5-11/ 50667 Köln/ (Tel. 0221/ 20808-47/ Fax: 0221/ 20808-40/ Email: kirsten.sander@vrsinfo.de oder ute.reuschenberg@vrsinfo.de