11.11.2010

Mobilitätsmanagement für Senioren

Demografischer Wandel stellt Kommunen vor neue Herausforderungen


Düsseldorf, 11. November 2010. Der demographische Wandel verändert unser Land und unsere Gesellschaft. 2008 hat in NRW die Zahl der über 65-Jährigen erstmals die Zahl der Menschen unter 25 Jahren überflügelt. Nach Statistiken wird im Jahr 2035 bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein und 2050 jeder dritte Deutsche alter als 75 Jahre.

Angesichts dieser Entwicklung wird es für Städte und Gemeinden in zunehmendem Maße wichtiger, sich auf die speziellen Mobilitätsbedürfnisse der Seniorinnen und Senioren einzustellen. Mit einem erfolgreichen Mobilitätsmanagement für Senioren können die Kommunen die Lebens- und Wohnqualität der älteren Menschen verbessern. Die Gewährleistung einer kostengünstigen, sicheren und umweltfreundlichen Mobilität hat gerade für Senioren einen hohen Stellenwert. Die Zukunftsfähigkeit eines Raumes hängt nicht zuletzt davon ab, ob und wie er die Mobilitätsbedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen zufrieden stellen kann.

Mobilitätsmanagement als Standortfaktor
Ein gelungenes Mobilitätsmanagement wird zum Standortfaktor und Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt oder Region. Doch was können Kommunen, Verkehrsunternehmen und andere Dienstleister konkret zur Mobilitätssicherung älterer Menschen tun? Genau bei dieser Frage setzte die heutige Fachtagung „Mobilitätsmanagement für Senioren – Herausforderung und Chance für Kommunen“ des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalens und des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) im Düsseldorfer „Malkasten“ an. Zwar können die kommunalen Gebietskörperschaften für sich alleine die anstehenden Verkehrsprobleme nicht lösen, sie haben als Straßenbaulastträger, Straßenverkehrsbehörde und als ÖPNV-Aufgabenträger aber eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung des übergreifenden Mobilitätsangebotes inne. „Die demografische Entwicklung erfordert es, dass die Mobilitätsbedürfnisse der älteren Menschen in den Focus der kommunalen Arbeit gestellt werden. Es geht um die Sicherung und Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität der älteren Menschen. Mobil sein bedeutet Teilnahme am sozialen Leben“, so VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.

Um die Bedürfnisse der Senioren zu decken und ein erfolgreiches Mobilitätsmanagement auf den Weg zu bringen, ist eine vernetzte Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure sowie ein abgestimmtes Konzept für seniorengerechte Mobilität notwendig. Steigende Bedeutung kommt darüber hinaus dem Thema Verkehrssicherheit zu. Wie aus der Unfallstatistik NRW 2009 hervorgeht, verhält sich zwar im ÖPNV die Zahl der verunglückten Seniorinnen und Senioren in etwa parallel zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung (in 2005-2009). Die Beteiligung an Verkehrsunfällen mit PKW wuchs im gleichen Zeitraum jedoch doppelt so stark. Und beim Verursachen von Verkehrsunfällen mit dem PKW ist in dieser Altersgruppe sogar ein dreimal höheres Wachstum zu beobachten.

Entwicklung neuer Verkehrsformen vorantreiben
Die heutige Fachtagung machte die bestehenden Erkenntnisse und Handlungsansätze für die Förderung einer sicheren und eigenständigen Mobilität älterer Menschen einem breiten Publikum aus Kommunalverwaltung, Verkehrsunternehmen, Polizei und Verbänden zugänglich und gewährleistete einen praxisorientierten Wissenstransfer. Durch Vorträge und Workshops wurden den Teilnehmern Handlungsfelder eines speziellen Mobilitätsmanagements für Senioren aufgezeigt. Speziell die Themen „Barrierefreiheit“, „Flexible Bedienformen im ÖPNV“, „Kommunikation und Marketing für Senioren“ und die Erreichbarkeit der „Zielgruppe älterer Mensch“ wurden in den Workshops behandelt.

„Es gilt neue Verkehrsformen zu entwickeln, dabei die Grenzen zwischen öffentlichem und Individualverkehr neu auszuloten und die intermodale Vernetzung voranzutreiben. Angesichts der demografischen Entwicklung brauchen wir gerade im ländlichen Raum flexiblere Konzepte für den Nahverkehr und müssen neue Wege finden, einen solchen Nahverkehr auch zukünftig finanziell sicherzustellen. Grundvoraussetzung ist hier, dass sich die Verkehrsträger von Busse und Bahnen, Taxi, CarSharing, Fahrrad und Fußgänger als Gesamtsystem begreifen und gemeinsam ihre Stärken ausspielen“, so Oliver Wolff, Abteilungsleiter im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.

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