24.11.2010

Mobilität zukunftsfähig gestalten

Das Kreishaus Düren war am Dienstag und Mittwoch (23. und 24. November) Schauplatz der fünften Fachtagung des Netzwerkes „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland".


Düren, 24. September 2010. 120 Experten und Fachleute aus den Kommunen der Region sowie verschiedener Forschungseinrichtungen nahmen bei der fünften Fachtagung des Netzwerkes "Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland" die Zukunft der Mobilität in den Fokus und erarbeiteten in verschiedenen Workshops praxisorientierte Handlungsansätze für ihre Tätigkeit vor Ort.

Menschen wollen mobil sein – möglichst bequem und möglichst sicher. Für Städte und Gemeinden ist eine zuverlässige und kostengünstige Mobilität längst zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Wer seinen Bürgern keine Konzepte zum „Mobil sein" anbietet, wird im Wettbewerb der Kommunen zu den Verlierern gehören. Doch wie lässt sich Mobilität trotz Sparmaßnahmen und schwindender Ressourcen langfristig sicherstellen oder gar optimieren? Genau bei dieser Frage setzte die diesjährige Fachtagung des beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg ansässigen Netzwerks „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland" an. Vor dem Hintergrund immer knapper werdender Finanzmittel und einer immer älter werdenden Bevölkerung stellten Experten aus Wissenschaft, Kommunalverwaltungen und Fachverbänden bei der Fachtagung kostengünstige und zukunftsfähige Mobilitätskonzepte vor und erarbeiteten zusammen mit den Teilnehmern praxisorientierte Lösungsansätze. „Radverkehr und ÖPNV – Konkurrenten oder Partner", „Verkehrssicherheit mit kleinem Budget" oder „Optimierte Verkehrsinvestitionen auf kommunaler Ebene" waren einige der Workshop-Themen. Ein Höhepunkt des zweiten Tagungstages war die Feier zum fünfjährigen Bestehen des Netzwerkes sowie der Beitritt der Gemeinde Wachtberg als mittlerweile 57. Netzwerkkommune.

Impulse für die kommunale Praxis
„Mobilität sicher und zukunftsfähig gestalten" – so lautet der Titel unserer diesjährigen Fachtagung. Zentrale Herausforderungen für die Mobilität der Zukunft sind die Reduktion des Ressourcenverbrauchs, ein höheres Verkehrsaufkommen und die Knappheit der Finanzmittel. Wir hoffen, mit dieser Fachtagung wichtige Impulse für die kommunale Praxis geben zu können. Unser Ziel ist es, die Städte und Gemeinden der Region bei diesem Thema zu unterstützen", sagte Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der VRS GmbH während eines Pressegesprächs im Dürener Kreishaus. Gerade für junge Familien und ältere Menschen seien ein attraktives Umfeld, ein gut ausgebautes Fußwegenetz sowie ein barrierefreier Zugang zu Bus und Bahn wesentliche Kriterien, nach denen sie ihren Wohnort wählten. „Neben der Planung spielt aber auch die Werbung für den Fußverkehr hierbei eine wesentliche Rolle – auch hier möchten wir die Kommunen tatkräftig unterstützen", erklärte Dr. Reinkober.

Evelin Unger-Azadi, Vertreterin des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes NRW, betonte ebenfalls die besondere Bedeutung des Themas: „Ob aus Gründen der Verkehrssicherheit, der Lärmminderung oder aus städtebaulichen Aspekten– Ziel ist es, den Verkehr ressourcenschonender zu gestalten. Daher, so Unger-Azadi weiter, begrüße das Ministerium, dass das Netzwerk „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland" dieses Thema ins Zentrum der Fachtagung gerückt habe.
Auch die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen beteiligt sich an dem Netzwerk. Melanie Laakmann von der Unfallkasse betonte die besondere Bedeutung der schulischen Mobilitätserziehung für eine nachhaltige und sichere Verkehrsmittelwahl: „In den Schulen, wie auch in den Elternhäusern, wird dazu das Fundament gelegt. Wer zu Fuß, mit dem Rad, dem ÖPNV oder dem PKW unterwegs ist, muss erlernen sich sicher und verantwortungsvoll im Straßenverkehr zu bewegen. Selbstständige Mobilität fördert durch Bewegung nicht nur die Gesundheit, sondern erweitert auch die Lebensqualität sowie die beruflichen Zukunftschancen der Schülerinnen und Schüler. Die Unfallkasse setzt sich gerne ein, dafür die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen", so Melanie Laakmann.

Tilman Bracher vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) zeigte auf, welche Möglichkeiten die Kommunen haben. „Vor dem Hintergrund, dass das eigene Auto gerade bei jungen Menschen an Bedeutung verliert, gehen Trendforscher davon aus, dass gerade in den Städten neue Mobilitätangebote geschaffen oder ausgebaut werden müssen. Autoteilen statt besitzen, ein gutes Bus&Bahn-Angebot, Fahrradverleihsysteme sowie attraktive Fußwegenetze sind nur einige Stichworte." Da die Hälfte der mit dem Auto zurückgelegten Wege geringer als vier Kilometer ist, beständen nach Ansicht des Experten des Difu große Verlagerungspotentiale.


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