16.09.2016

Mit modernen Bussen für den Klimaschutz unterwegs

Bus ist Rückgrat des ÖPNV im ländlichen Raum


Köln, 16. September 2016. Die Klimawende wird nur mit einer Verkehrswende und mit mehr ÖPNV gelingen. Die erfolgreichen Klagen wegen Nicht-Einhaltung der Luftreinhaltepläne, zuletzt in Düsseldorf, verstärken den Druck hin zu einer Verkehrswende zugunsten des ÖPNV. Bis 2050 sollen die Treibhausgasemissionen um bis zu 95 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden, um die Vereinbarungen der Weltklimakonferenz von Paris zu erreichen. Ein erster Schritt sieht die Reduzierung um 40 Prozent bis 2020 vor.

Jürgen Fenske, Vorstandsvorsitzender der KVB und Präsident des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV): „Bis zum Jahr 2020 ist es nicht mehr lange hin. Wenn die Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden sollen, ist im Verkehrssektor ein Umdenken und Umsteuern dringend nötig. Aus Klima- und Umweltschutzgründen führt kein Weg an der Verkehrswende zugunsten des Bus- und Bahnangebotes vorbei.“

Die Öko-Bilanz des ÖPNV ist eindeutig: Busse und Bahnen der KVB emittieren durchschnittlich 26 Gramm Kohlendioxid (CO2) je Personen-Kilometer. Ein Kleinwagen mit einem Verbrauch von 5,9 Litern Benzin auf 100 Kilometern stößt dagegen laut DEKRA rund 117 Gramm CO2 je Personen-Kilometer aus. Das bedeutet, dass bereits durch die Nutzung eines Kleinwagens etwa 4,5 Mal so viel CO2 ausgestoßen wird wie durch die Nutzung der KVB. Noch schlechter schneiden Mittelklassewagen, Pkw der Oberklasse und Geländelimousinen ab.

KVB-Bahnen mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs
Seit Anfang des Jahres fahren die Bahnen der KVB mit 100 Prozent Ökostrom und sind somit noch umweltfreundlicher unterwegs. Seit dem 1. Januar 2014 dürfen Busse im Liniendienst nach den geltenden Rechtsnormen nur zugelassen werden, wenn sie den Abgasstandard EURO VI erfüllen. Derzeit erfüllen 50 Busse der KVB diese sehr hohen Anforderungen. 121 ältere Busse der KVB-F otte erfüllen den Standard EURO V oder EEV, der stärker als EURO V ist. Lediglich 15 Busse der KVB fahren mit Standard EURO IV und 34 Busse mit Standard EURO III, der durch einen Partikelfilter ergänzt wird. Dies macht sich auch in den Feinstaubwerten bemerkbar. Die KVB-Busflotte ist seit 2014 zu 100 Prozent mit der Grünen Plakette ausgestattet, die den geringen Ausstoß von Feinstaub kennzeichnet. Darüber hinaus erprobt die KVB, insbesondere mit dem ambitionierten E-Bus-Projekt auf der Linie 133, alternative Antriebstechnologien.

Mit der Strategie „Köln mobil 2025“ hat die Stadt Köln ein ehrgeiziges Programm entwickelt. Hierbei ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs eines der insgesamt zehn Leitziele. Es gilt nun, diese Strategie umzusetzen. „Ohne einen Ausbau des ÖPNV als Rückgrat unserer städtischen Mobilität können wir die gesteckten Ziele einer menschen- und umweltgerechten Mobilität nicht erreichen“, so Christian Dörkes, Fachreferent Strategische Mobilitätsentwicklung im Amt der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln. „Aber auch die Vernetzung mit dem Fahrrad und dem Car- und Bike-Sharing sowie intelligente Apps für Informationen und Ticketing unterstützen die Nutzung der Busse und Bahnen.“

Anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche präsentieren die KVB und der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) die in Köln eingesetzten modernen Busse und stellen die Bedeutung des ÖPNV für den Klimaschutz dar. Fachleute erläutern den Bürgerinnen und Bürgern die Technik der E-Busse, Hybrid- und Dieselbusse. Die Aktivität auf dem Neumarkt bildet den Auftakt der Europäischen Mobilitätswoche,
die in jedem Jahr vom 16. bis zum 22. September stattfindet und zukunftsfähige Mobilitätskonzepte voranbringen soll.

Der ÖPNV ist auch im ländlichen Raum von großer Bedeutung. Im Rahmen des von der EU geförderten Projektes SmartMove hat der VRS ermittelt, dass insbesondere eine gute Kundenberatung und flexible Angebote zu einem Umstieg in den ÖPNV führen können. In vier Gemeinden des Kreises Euskirchen wurde der Bekanntheitsgrad der ÖPNV-Angebote durch eine aktive Beratung von 19 Prozent auf 33 Prozent gesteigert.

Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag, Geschäftsführer des VRS: „Auf dem Lande wohnen bald nicht nur deutlich weniger Menschen, sie werden auch immer älter. Wie können diese Menschen mobil bleiben und am Leben teilhaben? Insgesamt 15 Prozent mehr Fahrten mit dem flexiblen TaxiBus fanden im Projektzeitraum von Januar 2015 und Januar 2016 statt. 25 Prozent der Teilnehmer ersetzten auch
nach dem Projektzeitraum eine oder mehrere Pkw-Fahrten je Woche durch öffentliche Verkehrsmittel.“
„ÖPNV ist wesentlicher Standortfaktor“ Dr. Ulrich Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln und Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik, ergänzt: „Die Wirtschaft in der Region Köln profitiert von einem gut ausgebauten und funktionierenden ÖPNV. Sowohl in den Städten wie auch im ländlichen Bereich ist das Angebot des ÖPNV für Mitarbeiter, Kunden und Freizeitgäste ein wesentlicher Standortfaktor. Nur mit einem starken ÖPNV ist der innerstädtische Verkehr auf Dauer zu bewältigen. Dies trifft insbesondere für die wachsende Metropole Köln
zu, für die Mobilitätsinfrastruktur lebensnotwendig ist.“

So wie in Köln fanden in etwa 40 Städten und Gemeinden Aktionen zur Hervorhebung des modernen Busverkehrs statt. Hiermit unterstreichen der VDV und seine Mitgliedsunternehmen die Rolle des Busses als Verkehrsmittel und fordern zugleich die Unterstützung von Bund und Ländern ein. In der nächsten Woche werden Vertreter der Branche in Berlin eine Petition an Bundesumweltministerin
Barbara Hendricks übergeben.

Weitere Infos: www.bus-bewegt-besser.de

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