08.10.2013

Mit dem Fußgängercheck den Mobilitätsbarrieren auf der Spur

Projektgruppe sorgte in Höhenhaus für mehr Fußgängerfreundlichkeit und Barrierefreiheit im Straßenraum


Köln, 08. Oktober 2013. Wie fußgängerfreundlich ist Höhenhaus? Gibt es besonders aus der Sicht älterer Menschen Barrieren, die beseitigt werden können? Und was kann die Stadtverwaltung tun, um einen Stadtteil fußgängerfreundlicher zu machen? Um diese Fragen zu beantworten, wurde Höhenhaus im Herbst 2011 Modellkommune des VRS-Netzwerks „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland" für einen Fußgängercheck.

Die Projektgruppe, der das Seniorennetzwerk Höhenhaus, die Kölner Verkehrs-Betriebe AG, die Stadt Köln und die DB Station&Service AG angehörten, spürte vor Ort durch verschiedene Stadtteilspaziergänge Mobilitätsbarrieren auf und setzte schnell und zielführend Lösungen um. Gemeinsam mit den betroffenen Senioren wurden aus deren Blickwinkel Schwachstellen und Barrieren des Fußwegenetzes aufgespürt und dokumentiert, um anschließend Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Die Ergebnisse wurden dann der Stadt Köln und der DB Station&Service AG übergeben und dort auf die mögliche Umsetzung hin überprüft. Als Ergebnis wurden unter anderem Bordsteinkanten abgesenkt, Stolperfallen im Pflaster beseitigt und steile Wege fußgängerfreundlicher gemacht. Zudem wurde auch die erste Stadtteilkarte Kölns „Gemeinsam in Höhenhaus" mit speziellen Infos – etwa für Rollstuhl- oder Rollatorfahrer – anfertigt und gedruckt.

„Ältere Menschen oder Menschen mit Handicap haben besondere Anforderungen an die Sicherheit im Straßenverkehr. Die selbständige Mobilität ist für sie sehr wichtig. Die Projektgruppe entwickelte ihre Vorschläge zusammen mit den Betroffenen, die als Experten in eigener Sache Problemstellen etwa bei Straßenquerungen viel genauer identifizieren können. Das Engagement ist vorbildlich, Bürgerbeteiligung im besten Sinne", freut sich Brunni Beth, die Koordinatorin des Seniorennetzwerkes Höhenhaus.

Mit Fragebogen und Maßband auf den Straßen Höhenhaus unterwegs
Ausgestattet mit Fragebogen und Maßband nahmen die ehrenamtlich Aktiven monatelang die Höhenhauser Fußwege unter die Lupe und überprüften den Stadtteil auf Barrieren oder Gefahrenstellen wie zu hohe Bordsteine oder fehlende Zebrastreifen. Theo Jansen, Leiter der Koordinierungsstelle „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland": „Zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung bedeutet, dass wir in unseren Konzepten der demographischen Entwicklung ebenso Rechnung tragen wie den Anforderungen einer inklusiven Gesellschaft. Wenn Bedürfnisse – wie in diesem Projekt – unmittelbar von den Betroffenen erkundet und formuliert werden, ist dies die Beste aller Optionen für eine lebenswerte Stadt. Dieses Projekt zeigt zudem, wie wichtig es für die Ergebnisse und den Erfolg ist, die Zielgruppe, in diesem Fall die Senioren, mit einzubinden."

Netzwerkarbeit für eine zukunftsfähige Mobilität
Der Fußgängercheck, der nicht nur in Köln, sondern auch in Bonn, Brühl, Kerpen, Herzogenrath und Merzenich (Kreis Düren) durchführt wurde, ist ein Projekt des Netzwerks „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland". Im September 2011 hatte die Koordinierungsstelle des Netzwerks beim VRS unter den 61 Mitgliedskommunen einen Wettbewerb ausgelobt: Sechs Kommunen erhielten Beratungsleistungen und finanzielle Förderung für die Umsetzung des Fußgängerchecks vor Ort. Finanziell unterstützt wurde das Projekt von der Eugen-Otto-Butz-Stiftung. Das 2005 gegründete Netzwerk ist eine Initiative von VRS, Unfallkasse Nordrhein-Westfalen, NRW-Verkehrsministerium sowie Aachener Verkehrsverbund. Ziel ist es, die Zahl der Verkehrsunfälle vor allem mit Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen zu senken sowie deren eigenständige Mobilität zu fördern.

Pressekontakt:
Netzwerk „Verkehrssichere Städte und Gemeinden im Rheinland"
bei der Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
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