29.07.2003

Mehr Qualität und Zuverlässigkeit im Nahverkehr - Verbünde ziehen an einem Strang

VRR erweitert Mobilitätsgarantie / VRS legt Studie zu Ausgleichsleistungen vor: Fahrgäste bevorzugen Taxikostenerstattung


Gelsenkirchen / Köln. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) arbeiten Seite an Seite an der Verbesserung von Qualität und Zuverlässigkeit im Nahverkehr: So legte das KompetenzCenter Marketing beim VRS jetzt eine Studie zu den so genannten Ausgleichsleistungen im Rahmen der landesweiten Pünktlichkeitsgarantie vor - der VRR erweitert seine Mobilitätsgarantie zum 01. August 2003 um die Erstattung von ICE- und EC/IC-Fahrkarten.

In der vom Land Nordrhein-Westfalen beauftragten Studie hatte das KompetenzCenter Marketing mehr als 3.000 Fahrgäste in ganz NRW nach ihrer Präferenz für eine der beiden Garantieleistungen gefragt, die Fahrgäste derzeit bei mehr als 20-minütigen Verspätungen im Nahverkehr alternativ als Ausgleich erhalten: Das übertragbare Tagesticket wie im VRS oder die Taxikostenerstattung wie im VRR. "Dabei hat sich gezeigt: Beide Varianten haben ihre Fans", zieht VRS-Geschäftsführer Walter Reinarz, in Personalunion zuständig für das KompetenzCenter, Bilanz.

Kompetenz-Center empfiehlt die Taxi-Regelung
Am GarantieTicket gefällt den Kunden besonders das unkomplizierte Antragsverfahren (23 %) sowie die Tatsache, dass die Leistung nicht vorfinanziert werden muss (15 %). Die Taxikostenerstattung wird dagegen wegen der gesicherten Weiterfahrt (60 %) favorisiert. "Unter dem Strich haben sich rund zwei Drittel aller Fahrgäste für die Taxikostenerstattung ausgesprochen", so Walter Reinarz. Das KompetenzCenter Marketing empfiehlt daher auch die landesweite Einführung der Taxiregelung.

Vorreiter dieser Garantieleistung war der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr: Bereits Anfang 2001 wurde hier die Mobilitätsgarantie mit Taxikostenerstattung eingeführt - zunächst nur für Stammkunden, seit Mitte 2002 jedoch auch für alle Ticketarten mit jeweils unterschiedlicher Erstattungshöhe (Ticket2000 und ab 01. Oktober auch BärenTicket: 30 Euro, alle anderen Tickets: 15 Euro).

Erweiterung der Mobilitätsgarantie zum 01. August 2003
Zum 01. August wird der VRR sein Angebot jetzt noch einmal ergänzen: Dann werden bei Verspätungen neben den Taxikosten auch ICE- und EC/IC-Fahrkarten bis zu den bekannten Höchstgrenzen erstattet. "Der Vorteil dieser neuen Regelung liegt darin, dass der Fahrgast das System Schiene nicht verlassen muss: Im Verspätungsfall kann er nahtlos einen Fernverkehrszug nehmen und auch dort sein Ticket lösen", erklärt Klaus Vorgang, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. Es sei allerdings weiterhin daraufhin zuwirken, dass im Verspätungsfalle eine generelle Freigabe von Fernverkehrszügen erfolge, so Klaus Vorgang.

Die VRR-Mobilitätsgarantie greift immer dann, wenn das Verkehrsmittel an der Abfahrtshaltestelle mindestens 20 Minuten Verspätung hat oder dies vom Personal angekündigt wird, und es keine alternative Fahrtmöglichkeit gibt.

Land NRW begrüßt die Initiative von VRS und VRR
NRW-Verkehrsminister Dr. Axel Horstmann hat die Aktivitäten der beiden großen Verbünde begrüßt: "Die Kunden haben in der VRS-Studie ein klares Votum abgegeben, dem sich die Verkehrsunternehmen, die bei Verspätungen zurzeit noch ein Garantieticket ausstellen, sicherlich nicht verschließen werden." Die Pünktlichkeits- bzw. Mobilitätsgarantie habe einen Qualitätsgewinn für den Nahverkehr bewirkt, so Horstmann weiter. Mit der Erweiterung beweise der VRR, dass noch viel mehr Potenzial in der Garantie stecke.


Kontakt für Journalisten:

Verkehrsverbund Rhein-Ruhr: Hans Oehl, Tel. 0209/1584430, Fax: 0209/1584123430, Email: oehl@vrr.de

Verkehrsverbund Rhein-Sieg: Kirsten Sander, Tel. 0221/ 20808-47, Fax : 0221/ 20808-40, Email : Kirsten.Sander@vrsinfo.de