29.03.2011

Mehr Fahrgäste im VRS unterwegs

Jahresbilanz zeigt Zuwächse bei Stamm- und Gelegenheitskunden


Köln, 29. März 2011. Der wirtschaftliche Aufschwung macht sich auch im Nahverkehr bemerkbar: Nachdem die Bilanz des Jahres 2009 noch von der Konjunkturkrise gekennzeichnet war, verzeichnete der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) im Jahr 2010 einen deutlichen Zuwachs bei Fahrten und Einnahmen. „Wir sind mit Fahrgast- und Umsatzentwicklung sehr zufrieden. Der Trend zur Nutzung öffentlicher Nahverkehrsmittel hat sich deutlich verstärkt", bilanziert VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag. Dies lässt sich auch mit Zahlen untermauern: 503 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn haben die Menschen im Verbundraum 2010 unternommen, dies ist ein Zuwachs von ca. 6,4 Millionen Fahrten (1,3 Prozent). Zum Vergleich: 2009 hat sich die Zahl der Fahrten mit Bus und Bahn nur um knapp 0,7 Prozent erhöht. Gleichzeitig stiegen die Tariferlöse der Verkehrsunternehmen auf 510 Millionen Euro – einem Umsatzplus gegenüber 2009 von 5,1 Prozent.

Dass der Stellenwert des ÖPNV gestiegen ist, zeigt sich auch in der Rubrik „Kundenzufriedenheit" beim VRS-Kundenbarometer. Während das Preis-Leistungs-Verhältnis auf einer an die Schulnoten angelehnten Skala 2008 noch mit der Note 3,58 bewertet wurde, verbesserte es sich 2010 auf die „Note" 3,49. „Unsere Kunden bewerten das Preis-Leistungsverhältnis erstmals signifikant besser. Das erfreut uns und zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Es gab bei der Befragung jedoch auch Kritik an der Unübersichtlichkeit unseres Fahrkartensortiments. Hier müssen wir einfacher werden", sagt Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag.

Wieder Zuwachs bei den Bartarifen
Im Vergleich zu 2009 wurden im vergangenen Jahr etwa 1,5 Million Fahrten mehr mit Tickets des Bartarifs – also mit Einzeltickets, Mehrfahrtentickets, Tages- und Gruppentickets – durchgeführt. Auch das ist ein Indikator für die konjunkturelle Entspannung im zurückliegenden Jahr. Auch Nicht-Abokunden waren wieder häufiger unterwegs und unternahmen wieder Freizeit- und Mobilitätsaktivitäten, auf die sie 2009 noch verzichtet hatten. Insgesamt wurden im Bartarif rund 63 Millionen Fahrten (+ 2,6 Prozent) durchgeführt. Dies entspricht einem Umsatzvolumen für 2010 von über 150 Millionen Euro und unterstreicht die Bedeutung dieses Ticketsegmentes im Hinblick auf die Finanzierung der Nahverkehrsleistungen im VRS.

Deutlich gestiegene Kundenbindung im VRS
Immer mehr VRS-Fahrgäste nutzen die attraktiven Zeitfahrausweise und Abonnements für Erwachsene. 193,7 Mio. Fahrten entfielen 2010 auf dieses Ticketsegment, dies ist ein Zuwachs von 5,9 Millionen Fahrten bzw. 3,13 Prozent gegenüber 2009.Die gestiegene Nachfrage nach diesen Tickets findet ihren Niederschlag auch in der Kundenstatistik. 2010 waren rund 360.000 Erwachsene im Besitz eines Zeitfahrausweises und konnten Bus und Bahn (fast) jederzeit und (fast) überall nutzen. Gegenüber 2009 hat sich damit die Zahl der VRS-Stammkunden um 11.000 bzw. 3,3 Prozent erhöht. Großer Beliebtheit erfreuen sich weiterhin das Aktiv60Ticket sowie das Job- und Großkundenticket. Bei diesen Tickets sind ebenso wie bei den Monatstickets Zuwächse zu verzeichnen. Dabei ragt das Aktiv60Ticket heraus: Innerhalb eines Jahres ist die Abonnentenzahl um 2.700 auf 34.800 (+ 8,4 Prozent) gestiegen. Das Formel9Ticket ist dagegen leicht rückläufig.

Demographische Entwicklung belastet Ausbildungsverkehr
Der demographische Wandel wird insbesondere im Ausbildungsverkehr deutlich. Die Fahrgastverluste in diesem Bereich sind den sinkenden Schülerzahlen geschuldet. In allen Gebietskörperschaften des Verbundgebietes sind rückläufige Schülerzahlen zu verzeichnen. So sank die Zahl der jungen Kunden auf 361.100. Im Vergleich zu 2009 bedeutet das ein Minus von 4.300 (- 1,2 Prozent). Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Trotzdem bleibt der Ausbildungsverkehr auch zukünftig für viele Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet ein wichtiges Marktsegment, insbesondere außerhalb der beiden Ballungszentren Köln und Bonn. Im Bereich der Ausbildungstickets sind SchülerTicket (161.200 Nutzer) sowie das Semesterticket (106.600 Nutzer) die meistgenutzten Tickets. Die Zahl der Nutzer des JuniorTickets ist dagegen stark rückläufig: Nur noch 26.400 junge Menschen (gegenüber 2009 ein Minus von 3700 bzw. 12,3 Prozent) fahren mit diesem Ticket.

Ab 1. August Straffung bei den Ausbildungstickets
Laut Kundenbarometer bewerten viele Kunden das Tarifsystem und das Fahrkartensortiment als zu unübersichtlich. Auch aus diesem Grund führt der VRS zum neuen Schuljahr eine Straffung bei den Ausbildungstickets durch. So werden das ausschließlich schulwegbezogene SchülerjahresTicket sowie das ausschließlich freizeitbezogene JuniorTicket im Sommer eingestellt. Das bereits bestehende SchülerTicket im Fakultativmodell wird standort- und schulformspezifisch differenziert. Zudem ist die Einführung des PrimaTickets speziell für Grundschülerinnen und Grundschüler geplant. „Das SchülerTicket ermöglicht eine unkomplizierte Nutzung des ÖPNV sowohl im Schul- als auch im Freizeitbereich zu einem günstigen Preis. Die Nutzer können verbundweit ohne zeitliche Einschränkungen unterwegs sein. Wir halten das SchülerTicket für eine gute Lösung und haben durch die Standort- und Preisdifferenzierung ein gutes Angebot, das Kinder und Jugendliche an umweltfreundliche Mobilität heranführt", entgegnet Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag der Kritik der vergangenen Wochen am Schülerticket. Dabei wurde vielfach argumentiert, dass die Fünft- und Sechstklässler kaum mit den ÖPNV fahren würden. Die Studie „Mobilität in Deutschland" belegt jedoch, dass die Nutzung von Bus und Bahn bereits in der Grundschulzeit beginnt. Bei den 11- bis 13-Jährigen werden laut der Studie bereits 58 Prozent der Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. „Auch diese Altersgruppe profitiert von den Vorteilen des SchülerTickets und ist an 365 Tagen im Jahr netzweit mobil", so Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag. Die freifahrberechtigten Schüler zahlen für ihr SchülerTicket einen Eigenanteil, der ihnen die Nutzung von Bus und Bahn auch im Freizeitverkehr ermöglicht – dies lohnt sich schon bei wenigen Freizeitfahrten im Jahr. „160.000 bisherige SchülerTicket-Kunden können sich nicht irren: Das SchülerTicket ist ein sehr gutes Angebot für unsere jungen Kunden", versichert Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag.
 
Pressekontakt:
Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
Holger Klein
Pressesprecher
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Bei Kundenanfragen wenden Sie sich bitte an unsere Schlaue Nummer für Bus und Bahn: 01803-504030 (9 Cent/Min. aus dem dt. Festnetz; Mobilfunk abweichend, max. 54 Cent) oder schreiben Sie eine Mail an info@vrsinfo.de .