06.12.2010

Lieferverzögerungen bei Fahrzeugen des Typs ET 442: Ersatzkonzept stellt Fahrplan auf dem RE 9 siche

Moderne Doppelstockwagen kommen ab 12. Dezember zum Einsatz – DB Regio Rheinland GmbH ist neuer Betreiber der Rhein-Sieg-Strecke


Köln, 06. Dezember 2010. Der Einsatz von 15 neuen Fahrzeugen des Typs ET 442 („Talent 2") auf der Regional-Express-Linie 9 (RE 9) gerät durch Lieferverzögerungen des Herstellers Bombardier Transportation ins Stocken. Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2010 sollten auf der Strecke zwischen Aachen, Köln und Siegen die modernen Elektrotriebzüge in Betrieb gehen. Dem Hersteller ist es nicht gelungen, die komplexen Zulassungsprozesse pünktlich abzuschließen. Dadurch verzögert sich die Auslieferung der Fahrzeuge.

„Wir wollten zusammen mit der DB Regio Rheinland GmbH den Kunden auf dem RE 9 zum Fahrplanwechsel neue Fahrzeuge und damit verbundene Komfortverbesserungen bieten und sind sehr unzufrieden, dass dies nun nur eingeschränkt möglich ist", so Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH. „Wir fordern den Hersteller daher auf, alles zu tun, was in seiner Macht steht, um einen optimalen Zustand für die Kunden des Rhein-Sieg-Express zu erreichen. Bombardier muss mit Hochdruck daran arbeiten, dass die Fahrzeuge so schnell wie möglich in Betrieb gehen können."

Hersteller Bombardier Transportation arbeitet intensiv an Zulassung
„Die Zulassung des ET 442 ist sehr komplex. Wir betreten in dem Verfahren zum Teil Neuland, weil der Zug auf einem neuartigen Plattformkonzept beruht", sagt Dr. Klaus Baur, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bombardier Transportation Deutschland. „Wir arbeiten intensiv an der Zulassung und entschuldigen uns bei der DB Regio Rheinland und ihren Kunden für die Verzögerung und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten."

Die Auslieferungsproblematik betrifft nur die Fahrzeuge des Typs ET 442. Die ebenfalls vorgesehenen neuen Doppelstockwagen von Bombardier Transportation gehen wie geplant zum Fahrplanwechsel auf die Strecke. Diese modernen Fahrzeuge werden insbesondere während der Hauptverkehrszeit eingesetzt und sorgen dort für höhere Sitzplatzkapazitäten. Sie verfügen über Klimaanlagen, Videoüberwachungssysteme und sind mit verbesserten Fahrgastinformationsanlagen ausgestattet.

Vertragliche Anforderungen werden in vollem Umfang erbracht
Neuer Betreiber der Linie RE 9 ist die DB Regio Rheinland GmbH, eine hundertprozentige Tochter der DB Regio AG. Besteller der Leistung sind der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (ZV NVR), der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord). „Weil wir bei unseren Fahrgästen im Wort stehen, setzen wir in Absprache mit unseren Bestellern ab dem 12. Dezember ein Ersatzkonzept um, das den Fahrplan auf dem RE 9 sicherstellt", erklärt Dirk Helfert, Geschäftsführer der DB Regio Rheinland GmbH. „Damit sorgen wir dafür, dass die im Fahrplankonzept vorgesehenen Anschlüsse eingehalten werden, die geforderten Sitzplatzkapazitäten vorhanden sind sowie der vertraglich vereinbarte Service in vollem Umfang erbracht wird."

Für das Ersatzkonzept stehen 39 Doppelstockwagen aus dem Bestand der DB Regio NRW GmbH zur Verfügung; zusätzlich kommen acht fabrikneue Doppelstockwagen der DB Regio Rheinland GmbH zum Einsatz. Diese werden mit 14 Lokomotiven der Baureihe 111 sowie drei Loks der Baureihe 120 bespannt. „Ich bin froh, dass es uns zusammen mit DB Regio Rheinland gelungen ist, ein Ersatzkonzept zu erarbeiten, das den Fahrgästen für eine Übergangszeit ein angemessenes Angebot garantiert. Die Zusammenarbeit zwischen Aufgabenträgern und Betreiber bei diesem komplizierten Ausschreibungsprojekt lief bisher hervorragend, daher bin ich sicher, dass wir gemeinsam auch die durch die Lieferverzögerung auftretenden Schwierigkeiten im Sinne der Kunden lösen werden", so Dr. Norbert Reinkober.

Betreiberwechsel bringt weitere Neuerungen mit sich
Die DB Rheinland GmbH hat im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für den Betrieb auf der Rhein-Sieg-Strecke erhalten. Neben dem Einsatz moderner Fahrzeuge bringt der Betreiberwechsel der Regional-Express-Linie 9 weitere Verbesserungen mit sich. So erfolgen am Wochenende zusätzliche Spätfahrten von Köln nach Siegen. Zudem wird in Köln-Porz (Rhein) ein neuer Halt eingerichtet. Abgestimmte Anschlüsse an zentralen Bahnhöfen ermöglichen ab Fahrplanwechsel ein Umsteigen ohne lange Wartezeiten zum weiteren Nah- und Fernverkehr.

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E-Mail: holger.klein@vrsinfo.de
 

Faktenblatt

Betreiberwechsel auf der Regional-Express-Linie 9: Fakten zum Fahrplanwechsel auf einen Blick:
• Betreiber der Regional-Express-Linie 9 ist die DB Regio Rheinland GmbH. Dabei handelt sie im Auftrag dreier Zweckverbände des öffentlichen Personennahverkehrs: des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland (ZV NVR), des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord). Die DB Regio Rheinland GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der DB Regio AG.
• Die Regional-Express-Linie 9 ist eine der bedeutendsten Nahverkehrsverbindungen im südlichen Nordrhein-Westfalen bzw. nördlichen Rheinland-Pfalz. Jährlich nutzen rund 7,3 Millionen Kunden die Verbindung. Damit gehört der RE 9 zu den fünf stärksten Linien in NRW. Im Stundentakt verbindet der RE 9 die Großstädte Aachen, Köln und Siegen – mit Halten an zahlreichen weiteren Bahnstationen wie Düren, Horrem, Siegburg/Bonn oder Au. An verschiedenen Bahnhöfen bietet der RE 9 abgestimmte Anschluss- und Umsteigemöglichkeiten ins weitere Nahverkehrsnetz sowie zum Fernverkehr.
• Die zum Fahrzeugkonzept des RE 9 gehörenden acht neuen Doppelstockwagen von Bombardier Transportation kommen wie geplant zur Betriebsaufnahme am 12. Dezember zum Einsatz. Sie verfügen über Ausstattungsmerkmale wie Videoüberwachung, Klimatisierung und verbesserte Fahrgastinformationsanlagen.
• Der Hauptpendlerzug der Regional-Express-Linie 9, mit Abfahrt in Siegen um 6.07 Uhr und Ankunft in Köln Hbf um 7.36 Uhr, verkehrt künftig – gegenüber dem heutigen Fahrzeugkonzept – mit einem zusätzlichen sechsten Doppelstockwagen, um dem erhöhten Kapazitätsbedarf zu dieser Zeit Rechnung zu tragen. Dadurch stehen rund 200 zusätzliche Plätze zur Verfügung.
• In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag (0.23 Uhr von Köln Hauptbahnhof nach Siegen) wird jeweils ein zusätzlicher Nachtzug angeboten.
• Durch einen neuen Halt in Köln-Porz (Rhein) können die Fahrgäste aus dem dortigen Einzugsgebiet die Züge der Regional-Express-Linie 9 noch bequemer nutzen.
• Die Auslieferung der Fahrzeuge des Typs ET 442 („Talent 2") verzögert sich aufgrund momentan noch ausstehender Zulassungen. Die Zusage, die Triebzüge zur vorgesehenen Betriebsaufnahme der Regional-Express-Linie 9 zum Fahrplanwechsel im Dezember 2010 zur Verfügung zu stellen, konnte der Hersteller Bombardier Transportation daher leider nicht einhalten.
• Die Zulassungsprozesse fallen komplexer aus, als seitens des Herstellers ursprünglich eingeschätzt. Mit dem ET 442 wird erstmals ein Zug auf Basis eines modularen Plattformkonzepts zur Zulassung gebracht. Bombardier Transportation arbeitet intensiv daran, die Fahrzeuge möglichst schnell auszuliefern.
• In Absprache mit den Aufgabenträgern hat der Betreiber der Linie RE 9, die DB Regio Rheinland GmbH, ein umfangreiches Ersatzkonzept entwickelt. Dieses garantiert die Einhaltung des Fahrplans und des geforderten Sitzplatzangebots.
 
Bildmaterial zum ET 442 sowie einen Streckenplan finden Sie zum Download unter folgendem Link: http://download.vrsinfo.de/Talent_2.zip