28.04.2009

Große Verkehrserhebung im VRS bis November

300 Interviewer befragen rund 750.000 Fahrgäste im VRS.


Köln, 28. April 2009. In diesem Jahr befragt der Verkehrsverbund Rhein-Sieg im Rahmen einer breit angelegten Verkehrserhebung die Nutzer/innen von Bus und Bahn. 300 geschulte Interviewer/innen des erfahrenen Unternehmens PTV Planung Transport Verkehr AG sind bis Mitte November auf sämtlichen Linien aller VRS-Partnerunternehmen und in den benachbarten Regionen unterwegs, in denen der VRS-Tarif gilt.

 

 

 

 

Ziel ist es zu erfahren, wie Fahrgäste das ÖPNV-Angebot nutzen, um damit eine Grundlage für die zukünftige Verkehrsangebote im Nahverkehr unserer Region zu haben.

 


Persönliche Informationen bleiben bei den ein bis zwei Minuten dauernden Interviews außen vor. Je nach dem, wie detailliert sich der jeweilige Fahrweg des Fahrgastes darstellt, werden ihm oder ihr 10 bis 20 kurze Fragen gestellt. Die darin behandelten Aspekte betreffen zum einen den benutzten Fahrschein (Art, Tarif, Preisstufe, verkaufendes Verkehrsunternehmen). Außerdem geht es darum, an welchen Haltestellen der/die Kunde/in ein- und aussteigt, welche Verkehrsmittel er/sie vorher und nachher benutzt, die Anzahl der Fahrten sowie der beförderten Personen pro Fahrschein. Und schließlich fragen die Interviewer/innen nach dem Zweck der Fahrt.

 

Umfang der Erhebung
Auf rund 600 Bus- und Zuglinien sind die Interviewer/innen unterwegs, dabei werden Sie nach heutiger Schätzung rund 750.000 Fahrgäste auf etwa 30.000 Fahrten insgesamt befragen. Ein Teil der Erhebung ist natürlich auch die Zählung der Fahrgäste - bei der letzten Verkehrserhebung 2004/05 wurden täglich 1,64 Millionen Personenfahrten mit VRS- und angrenzenden Tarifen errechnet. Der VRS erwartet in diesem Jahr eine deutlich höhere Zahl, da in den letzten Jahren die Anzahl der Kunden stetig zugenommen hat und der VRS-Tarif seit Mitte letzten Jahres auch für Fahrten aus dem und in den Kreis Ahrweiler gilt.
Erhoben wird flächendeckend, unabhängig von Fahrgastzahlen, Tagesarten und -zeiten. Die Fahrgasterhebung erfasst alle Bus-, Bahn- und Zuglinien, zum Teil sogar zweimal.
Vom 20. April bis 10. Juni sind die Interviewer/innen in erster Linie in Fahrzeugen der Deutschen Bahn und der MittelrheinBahn unterwegs sowie in KVB- und SWB-Bahnlinien und Stadtverkehr-Bussen.
In den Ferien wird die Erhebung unterbrochen, bevor es ab dem 28. August mit den restlichen Linien weitergeht (zum Beispiel regionale Buslinien). Die Erhebung ist am 15. November 2009 beendet.

 

Ergebnisse und Umsetzung
"Wir bitten unsere Fahrgäste, sich kooperativ an der Befragung zu beteiligen", sagte VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag heute (28. April 2009) in Köln vor der Presse, "denn die Ergebnisse fließen in unsere weiteren verkehrlichen Planungen für die nächsten Jahre ein." Und er nennt einige Beispiele. So haben die Ergebnisse der Erhebung 2004/2005 dazu geführt, dass die Nacht- und Spätverkehrsangebote und -Kapazitäten ausgeweitet wurden, zum Beispiel im Falle der S-Bahnen nach Düren und Au, die heute praktisch durchgängig während der Nacht fahren. Auch die Nachtzüge zum Flughafen Köln/Bonn sind ein Ergebnis der Erhebung."

 


Vielschichtige Auswirkungen
Schmidt-Freitag erläuterte, wie sich Erhebungsergebnisse zum Teil vielschichtig auf das Verkehrsangebot auswirken:
"Die Nachfrageerhebung dient der ständigen Feinsteuerung der je Zug bereit zu stellenden Sitzplatzkapazitäten, weil sich im Laufe der Zeit die Fahrgewohnheiten und Fahrbedürfnisse der Kunden natürlich ändern. Ursächlich können veränderte Tarifbestimmungen sein, die zum Beispiel die Fahrradmitnahme oder die unentgeltliche Beförderung weiterer Personen einschließen, aber auch zusätzliche Fahrgäste aufgrund von Job-Ticket-Vereinbarungen. Neue Firmenansiedlungen, veränderte Flugpläne und anderes sind weitere Gründe - wie auch im Bereich der Dieselstrecken der Ausbau von Fahrradwegen (zum Beispiel in der Eifel/Voreifel), was zusätzliche Stellplatzkapazitäten für Fahrräder in den Zügen auslöst. Hier haben wir seitens des Bestellers, der Nahverkehr Rheinland (NVR) für den Fahrplan 2009 aufgrund dieser Erkenntnisse eine Ausweitung der Fahrrad- und Sitzplatzkapazitäten an Wochenenden auf den Linien RB 23 und RB 24, teilweise auch bei der RE 22 vorgenommen."
Weitere Beispiele:

  • In den Zügen der S 12 und S 13 wurde die Platzkapazität in der ersten Wagenklasse der Nachfrage entsprechend von 16 auf acht Plätze reduziert. Damit erhielt die 2. Wagenklasse acht zusätzliche und in den Verkehrsspitzen dringend benötigte Plätze.
  • Ab dem Fahrplanwechsel am 13.12.2009 gibt es auf dem Linienweg der S 11 einen zusätzlichen Verstärkungszug in den Hauptverkehrszeiten zwischen Köln-Worringen und Köln Hbf.
  • Für die anstehende Ausschreibung des Dieselnetzes im Bereich Köln und Umgebung hat der zu ermittelnde Kapazitätsbedarf je Zug zwei Konsequenzen:
    Einerseits wird die Industrie zur Erhaltung ihrer Absatzchancen Fahrzeuge entwickeln, die den gegenüber der damaligen Ausschreibung in 1996 erhöhten Kapazitäten gerecht werden, also Fahrzeuge, die länger sein können als die heute eingesetzten Fahrzeuge. Des Weiteren ist beispielsweise die Anzahl der Türen abhängig von der Anzahl der erhoben Ein- und Aussteiger an den Schwerpunktsstationen zum Beispiel in Köln Hauptbahnhof, da dort in der Regel nur kurze Aufenthaltszeiten an den Stationen vorgesehen sind.
  • Grundsätzlich ist die Anzahl der Fahrgäste über die Jahre dank der Tarifpolitik mit ihren zielgruppenspezifischen Angeboten und stetig verbesserten Verbidnungen/Anschlüssen im Verbundraum ständig gestiegen, so dass ein steter Ausbau der Kapazitäten nötig ist.

 

Pressekontakt:
Isabella Stock
Pressesprecherin
Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
Tel.: 0221 / 20 80 8 - 47
Fax: 0221 / 20 80 8 - 40
E-Mail: isabella.stock@vrsinfo.de


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