30.07.2004

Expertenforum, 30.07.2004

Bahnknoten Köln ist infrastrukturelle Schwachstelle im Verkehrsverbund Rhein-Sieg...


Köln. Der Zweckverband des VRS plant für den Herbst 2004 ein Expertenforum. Ziel des Forums ist es, die infrastrukturellen Mängel des Bahnknoten Köln zu beleuchten, darauf aufbauend Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln und erforderliche Maßnahmen umzusetzen. "Derzeit ist die Eisenbahninfrastruktur in und um Köln an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Hier muss etwas geschehen", begründet Landrat Frithjof Kühn, Vorsteher des Zweckverbandes VRS die Einführung des Expertenforums. Geht es nach dem VRS, soll das Expertenforum zusammen mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG, Verkehrsexperten und Vertretern des Landes und des Bundes stattfinden.

Die Nadelöhre
In den letzten Jahren wurde das Leistungsangebot des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) und des Schienenpersonenfernverkehrs (SPFV) stark ausgeweitet. Der Bahnknoten Köln hat sich zum europäischen Drehkreuz für den Nah-, Fern- und Güterverkehr entwickelt. Mit zunehmendem Verkehr kristallisierten sich die Nadelöhre des vorhandenen Schienennetzes immer deutlicher heraus. Zum Bahnknoten Köln gehören unter anderem der Kölner Hauptbahnhof, die Hohenzollernbrücke, der Bahnhof Köln-Deutz, der Streckenabschnitt Köln-Deutz - Steinstraße und der Bahnhof in Troisdorf. So ist die Kapazität des Kölner Hauptbahnhofs dem in den letzten Jahren größer gewordenen SPNV-Angebot und der noch immer steigenden Nachfrage anzupassen. Mischverkehre, also die gemeinsame Nutzung einer Trasse von Fern-, Güter- und Regionalverkehr, müssen reduziert werden.

Auswirkungen der infrastrukturellen Mängel
"Die unzureichende Infrastruktur im Bereich des Bahnknoten Köln ist der Hauptgrund für Verspätungen im SPNV - sie wirkt aber auch auf den Fernverkehr ein. So kann ein in Köln verspäteter Regionalzug Auswirkungen auf die Pünktlichkeit des Fernverkehrs haben, die bis Hamburg spürbar sind", erläutert Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der VRS GmbH. Langsamfahrstellen, eingleisige Streckenabschnitte, fehlende Überholmöglichkeiten von Güter- und Personenverkehr sind im Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg keine Seltenheit. Martha Kölzer, Vorsitzende der Zweckverbandsversammlung des VRS erklärt: "Um das SPNV-Angebot im Verkehrsverbund Rhein-Sieg weiter ausbauen zu können und parallel die Qualität zu verbessern, müssen verschiedene Infrastrukturmaßnahmen im Bereich des Bahnknoten Köln durchgeführt werden. Die derzeitige Situation lässt weitere, von Bevölkerung, Politik und Wirtschaft geforderte Angebotsergänzungen kaum noch zu." "Nur durch Verbesserung der Infrastruktur kann gewährleistet werden, dass unsere Region sich auch weiter als Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb behaupten kann", beleuchtet Frithjof Kühn die weitreichenden Konsequenzen der infrastrukturellen Mängel.

 

Abdruck honorarfrei/ Beleg erbeten an: Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH/ Ariane Weber/ Krebsgasse 5-11/ 50667 Köln/ Tel. 0221/ 20808-47/ Fax: 0221/ 20808-40/ Email: ariane.weber@vrsinfo.de