13.04.2015

Erneuter Zuwachs bei Fahrgastzahlen und Einnahmen

Zahl der Fahrten kletterte 2014 im Verbundraum auf 533,2 Millionen


Köln, 13. April 2015. Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und seine Verkehrsunternehmen können für das abgelaufene Jahr 2014 erneut eine sehr zufriedenstellende Bilanz mit Zuwächsen an Fahrgästen und Einnahmen vermelden. Die Fahrgaststeigerung ist zwar nicht mehr so deutlich wie noch in den Vorjahren, doch trotzdem spielen öffentliche Verkehrsmittel als „Rückgrat“ des Verkehrssystems im Großraum Köln-Bonn auch weiterhin eine bedeutende Rolle. Das belegen die Zahlen: Insgesamt haben die Fahrgäste im vergangenen Jahr 533,2 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn unternommen, im Vergleich zum Vorjahr sind dies 2,07 Millionen Fahrten bzw. 0,39 Prozent mehr. Das Fahrtenplus spiegelt sich auch auf der Einnahmeseite wider: Die 27 Verkehrsunternehmen im VRS erwirtschafteten 2014 insgesamt 609,7 Millionen Euro. Dies bedeutet im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 21,58 Millionen Euro (plus 3,67 Prozent). „Der anhaltende Kundenzuwachs ist Beleg dafür, dass der Trend zu Bus und Bahn weiter anhält. Die Entwicklung zeigt, dass die Fahrgäste das Angebot der VRS-Verkehrsunternehmen sowie das breitgefächerte und zielgruppengerechte Ticketsortiment im VRS auch im vergangenen Jahr positiv angenommen haben“, so VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag.

Zuwachs bei den ZeitTickets – Leichter  Rückgang im Bartarif
Erneut gibt es im Bartarif (Einzeltickets, Mehrfahrtentickets, Tages- und Gruppentickets) einen leichten Rückgang: So ist die Zahl der Fahrten von 60,5 Millionen auf 59,7 Millionen Fahrten (- 1,32 Prozent) gesunken. Dabei handelt es sich jedoch größtenteils nicht um Kundenverluste an andere Verkehrsmittel, sondern um Fahrgäste, die sich für den Erwerb eines VRS-Abonnements entschieden haben. Denn die Anzahl der VRS-Kunden mit Zeitfahrausweisen bzw. Abonnements steigt weiterhin: So wurden 2014 215,7 Millionen Fahrten mit den ZeitTickets für Erwachsene (+1,6 Prozent/+3,4 Millionen Fahrten) unternommen. Bedingt durch die sinkenden Schülerzahlen ist dagegen bei den ZeitTickets für Schüler und Auszubildende erstmals ein leichter Rückgang von 209,1 Millionen auf 208,3 Millionen Fahrten (- 0,35 Prozent/-0,73 Millionen Fahrten) zu verzeichnen.

Bei den ZeitTickets für Erwachsene bleibt das JobTicket bzw. GroßkundenTicket der Renner: 204.100 Kunden (+1,4 Prozent/2.900 Kunden) pendeln damit zur Arbeit, nutzen es aber auch für Freizeitfahrten. Auch die Kundenentwicklung bei Monats- und Aktiv60Ticket bleibt positiv. 119.800 Kunden sind mit der monatlichen „Dauerkarte“ unterwegs (+ 4,4 Prozent/+ 5.100 Kunden), 43.300 (+ 3,3 Prozent/+ 1.400 Kunden) mit dem Aktiv60Ticket. Rückläufig dagegen ist das Formel9Ticket, hier ist die Kundenzahl um 2.400 (- 7 Prozent) auf 32.000 Kunden gesunken. Jedoch handelt es sich hier ebenfalls größtenteils nicht um „verlorene“ Kunden, sondern um Umsteiger auf das Aktiv60Ticket.

Sehr erfreulich ist auch die Akzeptanz des zum 1. Januar 2014 eingeführten Pauschalen AnschlussTickets, das für einzelne Fahrten über den Geltungsbereich des jeweiligen VRS-ZeitTickets hinaus gültig ist. Lag die verkaufte Zahl zum Start im Januar noch bei unter 20.000 Tickets, werden mittlerweile monatlich rund 50.000 AnschlussTickets vertrieben.

Freie Fahrt für Kindergartenkinder – Einführung Absolventen- und DualTicket
Um die „lebenslange“ Bindung an den ÖPNV weiterhin zu fördern, hat der VRS in Abstimmung mit seinen Gremien nun auch zwei weitere „Lücken“ geschlossen. So fahren Kindergartenkinder ab dem 1. August 2015 im VRS generell kostenlos – und zwar auch die Kinder, die bereits sechs Jahre alt sind. Besonders in den Städten gibt es einige Kinder, die mit ihren Eltern auf dem Weg zum Kindergarten Bus und Bahn nutzen. Bis zum Erreichen des 6. Lebensjahres werden sie unentgeltlich befördert, ab dann sind bislang jedoch für die Beförderung zum Kindergarten Einzel- oder 4erTickets oder ein AboTicket aus dem VRS-Zeitkartensegment erforderlich. Dies ist nun nicht mehr nötig, ab dem 1. August 2015 werden nun auch über sechsjährige Kindergartenkinder kostenfrei befördert. Ab der Einschulung haben die Kinder dann grundsätzlich Zugang zum SchülerTicket.

Eine weitere Lücke wird durch das neue AbsolventenTicket geschlossen. Für die Zeit zwischen Schulabschluss und Beginn von Ausbildung bzw. Studium mussten die in der Regel nicht allzu finanzkräftigen jungen Kunden bisher auf Einzel- oder 4erTicket bzw. ein AboTicket aus dem Zeitkartensegment zurückgreifen. In dieser rund dreimonatigen Zeit greift nun das AbsolventenTicket, das in diesem Jahr vom Beginn der Sommerferien bis zum 30. September gültig ist. Das Ticket kostet für den Zeitraum 90,45 Euro und ist in der Woche ab 9 Uhr und am Wochenende ganztägig im kompletten VRS-Netz gültig.

Ebenfalls eine Neuerung ist das „DualTicket“, das zum 1. September diesen Jahres eingeführt wird und sich sowohl an berufsbegleitende Studierende („Teilzeitstudenten“) als auch an Schülerinnen  und Schüler von Weiterbildungskollegs richtet. Es kostet pro Semester 244,80 Euro und ist wie das reguläre SemesterTicket im VRS-Netz gültig.

„Mit diesen Neuerungen haben wir zusammen mit den Verkehrsunternehmen Lücken im Tarifsystem geschlossen und die Attraktivität unseres Angebots noch einmal erhöht. Damit ist die Gefahr, dass insbesondere junge Menschen die Bindung zu Bus und Bahn verlieren, stark minimiert“, so Dr. Schmidt-Freitag.

Positive Entwicklung der MobilPass-Tickets
Während es in den Städten Köln und Bonn bereits seit einigen Jahren vergünstigte Tickets für einkommensschwache Menschen gibt, wurde dieses Angebot ab Anfang 2013 auch auf das gesamte VRS-Gebiet ausgeweitet. Die MobilPass-Tickets gibt es seitdem als 4er- und MonatsTickets in Anlehnung an das bekannte Preisstufensystem des VRS in den Preisstufen 1a bis 5. Die Berechtigten können somit zu jedem gewünschten Ziel im VRS-Verbundraum fahren – auch über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus. Das Angebot wird sehr gut angenommen: 2014 wurden rund 608.000 4er- und 530.000  MonatsTickets MobilPass durch einkommensschwache Einwohner des Verbundgebiets nachgefragt, Tendenz steigend. Insgesamt gibt es im Verbundgebiet rund 376.000 Berechtigte für MobilPassTickets. 206.000 dieser Berechtigten verfügen über einen MobilPass bzw. KölnPass oder Bonn-Ausweis. Um mehr über die Akzeptanz dieses Angebotes zu erfahren, hat der VRS eine großflächige Marktforschung durchgeführt – mit positivem Ergebnis, denn fast 70 Prozent der Befragten waren mit dem MobilPass-Angebot sehr zufrieden (40,5 Prozent) bzw. zufrieden (29,3 Prozent). Die durchschnittliche Zufriedenheit aller Befragten liegt auf der Skala von eins („sehr zufrieden“) bis fünf (sehr unzufrieden) bei 1,8. „Das außerordentliche positive Ergebnis der Befragung bestärkt unsere Entscheidung, bei den MobilpassTickets auf eine verbundweite, an das Tarifsystem angelehnte Lösung zu setzen. Es muss aber klar sein, dass wir das Angebot nur aufrechterhalten können, wenn es weiterhin vom Land subventioniert wird. Die Fördergelder des Landes NRW zum Ausgleich der Tarifabsenkung müssen uns zwingend auch in den nächsten Jahren zur Verfügung gestellt werden“, so Dr. Schmidt-Freitag.

VRS entwickelt Kundeninformation weiter
Der VRS legt größten Wert auf die Weiterentwicklung und Optimierung seiner Fahrgastinformation. Dabei ist der Trend zur mobilen Kundeninformation ungebrochen. Inzwischen sind insgesamt rund 360.000 Nutzer (iPhone 172.000/Android 188.000) damit mobil unterwegs. Pro Werktag wird die VRS-App bis zu 95.000-mal von Fahrgästen für Routenabfragen genutzt. Das ist eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von rund 20 Prozent. Auch in Punkto Kundenzufriedenheit schneidet die VRS-App sehr gut ab: Von möglichen fünf Sternen wurde die App von den Nutzern mit 4,01 bewertet (Beispiel Android). „Die VRS-App wird weiterhin sehr gut angenommen und gehört zu den Top Fünf der beliebtesten Apps im Bereich Verkehr. Das ist für uns Ansporn, die App regelmäßig für unsere Kunden auf der Basis von Nutzerrückmeldungen und technischen Weiterentwicklungen zu verbessern“, erläutert VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober. So können die Nutzer seit einigen Monaten über die VRS-App nicht nur Verbindungen erfragen, sondern auch direkt das passende Ticket erwerben. Aktuell kaufen rund 60.000 Kunden ihr VRS-Ticket mobil, alleine im März 2015 gab es 2.250 Neukunden. Angeboten in allen Preisstufen werden bisher größtenteils Einzel- und 4erTickets für Kinder und Erwachsene sowie TagesTickets für eine und fünf Personen, die Ausweitung des Angebotes auf Wochen- und MonatsTickets ist zudem in Planung. Auch die elektronische Fahrplanauskunft über die VRS-Internetseite ist weiterhin sehr beliebt: Täglich informieren sich bis zu 65.000 Fahrgäste über ihre Route auf www.vrsinfo.de – ein Plus von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vom Verkehrsverbund zum Mobilitätsverbund
Die Aktivitäten des VRS im Bereich Mobilitätsmanagement haben sich im vergangenen Jahr erneut erweitert. Zentrales Anliegen ist der regionale Austausch und die regionale Abstimmung zur Förderung verkehrsmittelübergreifender Mobilitätsangebote. Die Kommunen werden in ihrer Arbeit vor Ort durch Fortbildungen, Fachgruppen und die Bereitstellung  von Projekt- bzw. Aktionsmaterialien unterstützt. Durch regionale Kooperation und Koordination können die Verkehrsprobleme der Region angegangen und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. 2014 wurden ca. 600 Mitarbeiter aus den Kommunalverwaltungen der Region zu verschiedenen Themen des Mobilitätsmanagements zusammengebracht.

Ob betriebliches Mobilitätsmanagement, Mobilitätserziehung an Schulen, themenbezogenen Workshops oder Seniorenprojekte, die beim VRS-ansässige Koordinierungsstelle unterstützt die Kommunen vor Ort mit zielgruppenspezifischen Angeboten. So finden z.B. die Angebote der Koordinierungsstelle für die Schulen im Rahmen der Mobilitätserziehung großen Zuspruch. Das Unterrichtsmaterial „Verkehrszähmer“ ist für Grundschulen zur Förderung des Zu-Fuß-Gehens und zur Reduzierung der „Elterntaxis“ vor den Schultoren entwickelt worden. 3.500 Grundschulen in ganz NRW haben das Material abgerufen. Das ÖPNV-Unterrichtsmaterial für Grundschulen „Bus&Bahn Detektive“ haben 250 Schulen im Verbundraum erhalten. Für die Eltern der neueingeschulten Kinder wird eine „Mobilitätsfibel“ herausgegeben. 25.000 Eltern habe diese 2014 erhalten. Mit dem Online-Portal für Lehrer zum Thema „Radfahren in der Grundschule“ dokumentiert der VRS seinen verkehrsmittelübergreifenden Ansatz.

Die NRW-Landesregierung honoriert die Arbeit der VRS-Koordinierungsstelle und setzte sie als Landesgeschäftsstelle des Netzwerks „Mobilitätsmanagement und Verkehrssicherheit“ ein. Eine Aufgabe ist die Erstellung von Handreichungen zur Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung verkehrsmittelübergreifender Angebote. 2014 ist das Handbuch  „Carsharing in NRW“ herausgegeben worden.  Als weitere Unterstützung für die Kommunen bot der VRS zusammen mit dem Verkehrsministerium erstmals eine Weiterbildung von kommunalen Vertretern zum Mobilitätsmanager an. 23 Teilnehmer aus ganz NRW absolvierten erfolgreich den Lehrgang. Das engagierte Wirken des VRS im Bereich Mobilitätsmanagement wurde zudem aktuell vom ADAC mit dem ersten Preis im Bundeswettbewerb "Nachhaltige Mobilität in Städten und Gemeinden“ honoriert.

„Knappe öffentliche Kassen, die demografische Entwicklung, Klimawandel und veränderte Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und die Belastungen durch Luftverschmutzung und Lärm sind die aktuellen Herausforderungen bei der Ausrichtung der zukünftigen Mobilität. Hier benötigen wir intelligente verkehrsmittelübergreifende Verknüpfungen. Die Schnittstellen der einzelnen Verkehrssysteme gilt es zu optimieren und dazu bieten wir als Verbund eine gut eingespielte regionale Plattform“, so Dr. Norbert Reinkober.

Eine Präsentation mit Zahlen und Fakten finden Sie zum Download hier: http://download.vrsinfo.de/Bilanz2014_PK_final.zip 

 

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