13.03.2013

Die Betriebsqualität im NVR bleibt auch 2012 verbesserungswürdig

Ausbau der Schieneninfrastruktur und des Leistungsangebot wird dringend benötigt


Köln, 13. März 2013. Im Rahmen der gestrigen Bilanzpressekonferenz des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg blickte die Geschäftsführung auch auf die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) im Gebiet des Nahverkehrs Rheinland (NVR) zurück. Das Gebiet des NVR umfasst die beiden Verbundräume VRS und AVV. Bei der Betriebsqualität auf der Schiene zeigt sich 2012 ein ähnliches Bild wie im Vorjahr: In puncto Pünktlichkeit gab es dabei weder signifikante Verbesserungen noch Verschlechterungen zu verzeichnen. Im Bereich der Ausfälle hat sich die Quote zwar auf einigen Linien verbessert, insgesamt sind die Zugausfälle allerdings leicht gestiegen. Grund hierfür sind vor allem die 2012 durchgeführten umfangreichen Baumaßnahmen.

Ein Vergleich der verschiedenen Produktgruppen zeigt, dass die RE-Linien weiterhin schlechtere Pünktlichkeitswerte aufweisen als die Regionalbahn- oder S-Bahn-Linien. Gründe hierfür liegen in den meist sehr langen Linienverläufen und dem hohen Fahrgastaufkommen auf diesen Linien - in Verbindung mit der Nutzung von Trassen mit häufig verspätetem Fernverkehr. Bei der Zugausfallquote ist aber vor allem bei den Linien RE 7 und RE 8 eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen. Der RE 8 hat sich um 1,1 % von 1,68 % auf 0,58 %, verbessert, der RE 7 sogar um 2,23 % von 4,61 % auf 2,29 % im Jahr 2012. Bei der Linie RE 7 ist diese Verbesserung auf die Ende 2011 eingeführte überschlagende Wende in Krefeld zurückzuführen. Angestiegen sind die Zugausfälle hingegen auf den Linien RB 48 (von 1,32 % auf 2,67 %) und S 13 (von 1,25 % auf 2,19 %). Gründe hierfür sind vor allem die umfangreichen Baumaßnahmen, die 2012 im Raum Solingen sowie auf dem S-Bahn-Gleis zwischen Köln Hansaring und Müngersdorf/Technologiepark stattgefunden haben.

RE-Linien bleiben bei der Pünktlichkeit die Sorgenkinder
In Sachen Pünktlichkeit haben sich vor allem die Linien RB 23, RB 24, RE 12, RE 22 und S 11 deutlich verbessern können. Hier ist eine Steigerung der Pünktlichkeitsquote um 1,64 % auf 97,77 % (RB 23), um 1,09 % auf 89,98 % (RB 24), um 1,03 % auf 88,86 % (RE 12), um 1,16 % auf 95,44 % (RE 22) sowie um 1,92 % auf 95,47 % (S 11) zu verzeichnen. Das höchste Pünktlichkeitsniveau erreichen nach wie vor die im Aachener Raum verkehrenden Regionalbahn-Linien RB 20 mit 97,23 %, die RB 21 der Rurtalbahn mit 98,16 % sowie die RB 39 mit 99,19 %.
Die Linien RB 48 und S 13 haben sich hingegen in ihren Pünktlichkeitsquoten verschlechtert und zwar um 2,09 % auf 90,33 % (RB 48) sowie um 1,02 % auf 95,18 % (S 13). Darüber hinaus weisen die RE-Linien generell die niedrigste Pünktlichkeit auf. Auf der Linie RE 5 ist die Pünktlichkeitsquote in diesem Jahr auf 79,16 % gefallen und befindet sich damit auf dem niedrigsten Niveau aller NVR-Linien. Da auf dieser Linie ein besonders hohes Fahrgastaufkommen zu verzeichnen ist, begründet sich die niedrige Pünktlichkeit unter anderem in den langen Fahrgastwechselzeiten. Darüber hinaus ist bei der RE 7 mit einer Pünktlichkeitsquote von 82,81 % ein gleichbleibend niedriges Pünktlichkeitsniveau zu verzeichnen, was vor allem am langen Linienverlauf von Krefeld über Köln nach Rheine und in diesem Zusammenhang mit Überholungen durch verspäteten Fernverkehr zusammenhängt. Auch auf der RE 1 ist nach wie vor eine geringe Pünktlichkeit zu verzeichnen, die von 82,59 % auf 81,51 % leicht gefallen ist. Auch hier ist sowohl die Auslastung der Züge als auch der Strecke hoch.

„Um der Nachfrage der Kunden weiterhin gerecht zu werden, benötigen wir für das Gebiet des Nahverkehrs Rheinland dringend Verbesserungen in Infrastruktur und Leistungsangebot. Ein Eckpfeiler ist die Realisierung des Rhein-Ruhr-Express (RRX). Wir sind froh, dass die Entscheidungsträger der Rheinschiene partei- und fraktionsübergreifend hinter diesem zukunftsweisenden Projekt stehen und wollen zusammen mit den anderen beteiligten Aufgabenträgern eine wirtschaftlich vertretbare Ausschreibung auf den Weg bringen", so die NVR-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag und Dr. Norbert Reinkober.

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