29.04.2010

Der ÖPNV wird immer beliebter

Die Zahl der Menschen im VRS-Gebiet, die regelmäßig Bus und Bahn fahren, wächst stetig.



Köln. Wie ist das Mobilitätsverhalten der Menschen im VRS-Gebiet? Welche Verkehrsmittel nutzen sie und wie sieht der VRS-Kunde der Zukunft aus? - Das waren die Kernfragen der Studie "Mobilität in Deutschland", an der sich auch der Verkehrsverbund Rhein-Sieg beteiligte. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erlangen, wurden 7000 Menschen im gesamten Verbundgebiet befragt - darunter nicht nur VRS-Kunden, sondern auch Auto- und Fahrradfahrer sowie Fußgänger. Ein Ergebnis überrascht nicht: Das Verkehrsmittel Nummer eins im VRS-Gebiet bleibt das Auto. 54 Prozent der Teilnehmer der Studie legten am Befragungsstichtag ihre Wege mit Pkw oder Motorrad zurück. Doch auch der ÖPNV erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit bei den Menschen im VRS-Gebiet. So blieb der Anteil der ÖPNV-Nutzer im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2002 konstant: Rund elf Prozent der Wege wurden mit Bussen und Bahnen zurückgelegt. Zugenommen im Vergleich zu 2002 hat der Anteil der Befragten, die ihre Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen: Er stieg um drei Prozentpunkte auf insgesamt 35 Prozent.

Die Zahl der ÖPNV-Stammnutzer wächst
Ein weiteres positives Ergebnis der Studie: Die Zahl der ÖPNV-Kunden, die täglich oder fast täglich mit Bussen und Bahnen unterwegs sind, wächst weiter. Ließen sich 2002 nur 14 Prozent der Befragten nahezu täglich mit Bus und Bahn chauffieren, sind es nun rund 18 Prozent. Ebenso deutlich zugenommen haben die Anteile der Kunden, die wöchentlich oder monatlich mit dem ÖPNV unterwegs sind. Die Zahl dieser Gelegenheitsnutzer ist im Vergleich zu 2002 um 8 Prozentpunkte auf 38 Prozent gestiegen. Dagegen ist die Zahl der Befragten, die nie ihren Fuß in Busse und Bahnen setzen, deutlichzurückgegangen: Ignorierten bei der Vorgängerstudie fast 40 Prozent den ÖPNV komplett, sind es nun nur noch 25 Prozent der Befragten, die einen Bogen um den ÖPNV machen. Hierbei gibt es jedoch große regionale Schwankungen zwischen dem städtischen und dem ländlichen Raum. Die unterschiedliche Qualität des ÖPNV-Angebots und der in den Großstädten vorherrschende Mangel an öffentlichen Parkplätzen beeinflusst die Wahl des Verkehrsmittels, so dass die Nicht-Nutzer von Bussen und Bahnen sehr viel häufiger in ländlichen Gebieten zu finden sind.

ÖPNV-Stammkunden verzichten auf "dicke" Autos und nutzen das Fahrrad
Im VRS-Gebiet ist zum einen der Trend zu mehr autofreien Haushalten und zum anderen aber auch zu mehrfach motorisierten Haushalten (3 und mehr Pkw) erkennbar. Rund 19 Prozent der Haushalte besitzen keinen Pkw, 2002 waren es dagegen zwei Prozent weniger Haushalte, die ganz ohne motorisiertes Fortbewegungsmittel auskamen. Die Haushalte mit drei oder mehreren Autos stiegen gleichzeitig um 2 Prozentpunkte auf 5 Prozent. Auf die Bevölkerung im Verbundgebiet hochgerechnet bedeutet dies, dass rund 1,9 Millionen Pkws über die Straßen des VRS-Raumes fahren. Auf 1000 Einwohner des Verbundgebietes kommen etwa 560 Autos - damit liegt die Zahl der Pkw im VRS-Gebiet um zehn Prozent höher als der Bundesdurchschnitt. Die ÖPNV-Stammnutzer tragen zu diesem Rekordwert nur wenig bei, denn ein Drittel der täglichen Bus- und Bahnfahrer lebt in Haushalten ohne Auto. Ein weiteres Ergebnis: ÖPNV-Stammkunden fahren meist kleinere Autos und besitzen einen Drahtesel. So steht bei nur zwölf Prozent der täglichen ÖPNV-Nutzer ein Oberklassenwagen in der Garage, dafür aber bei 72 Prozent ein Fahrrad.

Die Wahl des Verkehrsmittels erfolgt situationsabhängig
Die Studie hat sich zudem mit dem Thema CO2-Emissionen in der Alltagsmobilität befasst. Dabei zeigte sich, dass rund ein Fünftel der gesamten CO2-Emissionen im Personen- und Güterverkehr entstehen. Auf der Strecke Köln - Bonn werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln rund 1/3 weniger CO2-Emissionen produziert als bei einer Fahrt mit dem Pkw. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass seit 1990 der Anteil derer, die ausschließlich den Pkw nutzen um fast 10 Prozentpunkte auf aktuell 24 Prozent zurückgegangen ist. Damit gibt es sehr viel Menschen mehr, die das Verkehrsmittel situationsabhängig wählen und sich immer häufiger für Busse und Bahnen entscheiden. "Die Ergebnisse der Studie belegen, dass sich die Mobilitätstrends fortsetzen. Es ist ein leicht steigendes Fahrtenvolumen, ein höherer individueller Fahrtenbedarf und eine zunehmend freie Verkehrsmittelwahl zu verzeichnen. Darauf müssen und werden wir uns einstellen", bilanziert VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag.

Die Studie "Mobilität in Deutschland" wurde vom Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in Bonn in Kooperation mit dem Institut für Verkehrsforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchgeführt. Auftraggeber war das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung. Die VRS GmbH beteiligte sich mit 3000 Haushaltsinterviews (7000 Befragte) im gesamten Verbundgebiet.


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