12.05.2011

Der Führerschein verliert an Bedeutung

Bei der Fachtagung des VRS standen Mobilitätsverhalten und Kommunikationsmittel junger Menschen im Mittelpunkt


Köln, 11. Mai 2011. Facebook, Twitter und andere Socialmedia-Netzwerke sind für junge Menschen zu den bestimmenden Kommunikationsmitteln geworden und lassen sich aus dem Alltag nicht mehr wegdenken. Doch wie wirken sich diese Netzwerke auf das Mobilitätsverhalten der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus? Dies war die Kernfrage der Fachtagung „Mobilitätsverhalten und neue Kommunikationsmittel“, die der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und der Fachverband „Junge Menschen und Mobilität“ am 10. und 11. Mai im Bürgerhaus in Kalk veranstalteten.

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – unter ihnen auch Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, die das Schlusswort der Tagung sprach – informierten sich über neue Lebens- und Mobilitätsstile und untersuchten die Konsequenzen der Multimodalität für das kommunale Mobilitätsmanagement.

Junge Menschen ohne Führerschein sind keine Ausnahme
Neben den neuen Kommunikationsmitteln stellten die Experten auch veränderte Lebens- und Mobilitätsstile bei den jungen Erwachsenen fest. Vor dem Hintergrund, dass das eigene Auto gerade bei jungen Menschen an Bedeutung verliert, gehen Trendforscher davon aus, dass insbesondere in den Städten neue Mobilitätangebote geschaffen oder ausgebaut werden müssen.

Auto teilen statt besitzen, ein gutes Bus&Bahn-Angebot, Fahrradverleihsysteme sowie attraktive Fußwegenetze sind nur einige Stichworte. Junge Menschen, die sich vom eigenen Auto verabschieden, stellen übrigens keine Ausnahme mehr dar. So besitzen Studien zu Folge nur 80 Prozent der 18 bis 29-jährigen Bewohner von Kernstädten einen Führerschein, bei Gleichaltrigen, die in ländlichen Kreisen wohnen, sind dies hingegen 90 Prozent. Überhaupt geht die Autonutzung in den großen Städten zurück. Nur noch 41 Prozent der Kernstadtbewohner fahren täglich mit dem PKW.
„Unsere Gesellschaft steht im Bereich der Mobilität und des Verkehrs vor vielen Herausforderungen. Demographische Entwicklung, Klimawandel und Ressourcenknappheit sind die Schlagwörter. Auch im aktuellen Thema Energieeffizienz und Abhängigkeit von Ölimporten spielt der Verkehr eine wesentliche Rolle.

Der Verkehr der Zukunft wird anders sein. Der motorisierte Individualverkehr auf Basis traditioneller Konzepte, Kraftstoffe und Antriebssysteme ist nicht zukunftsfähig und auch die Elektromobilität wird kaum hinreichende Lösungen bieten. Vielmehr sind Konzepte gefragt, die im Nahbereich den Fuß- und Radverkehr intelligent mit dem ÖPNV und der Autonutzung verbinden. Und diese Angebote müssen zeitgemäß über die modernen Kommunikationsmöglichkeiten vermittelt werden, um die junge Zielgruppe auch zu erreichen“, so VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober.

Mobilität und Verkehr als wichtiges bildungsrelevantes Thema
NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann wies in ihrem Schlusswort auf die zentrale Bedeutung der Mobilität hin. „Mobilitätserziehung in der Schule verknüpft die Bereiche Sicherheits-, Umwelt-, Gesundheits- und Sozialerziehung und ist Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung“, sagte die Ministerin. Das Hauptziel der Mobilitätserziehung sei die Hinführung zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den derzeitigen Mobilitätsformen, dem daraus resultierenden Verkehr und seinen Auswirkungen auf die Sicherheit, die Gesundheit und die Umwelt der Menschen. „Im Rahmen der Mobilitätserziehung sollen Kinder und Jugendliche daher lernen, ihr Mobilitätsverhalten und ihre Verkehrsmittelnutzung kritisch zu hinterfragen und Mobilitätsentscheidungen bewusst und kompetent zu treffen“, sagte Sylvia Löhrmann.

Pressekontakt:
Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
Holger Klein
Pressesprecher
Glockengasse 37-39
50667 Köln
Tel.: 0221/ 20808-47
Fax: 0221/ 20808-847
E-Mail: holger.klein@vrsinfo.de