10.12.2013

Bonn-Bad Godesberg wird fußgängerfreundlicher

Bonner Arbeitskreis „Sicher unterwegs – ein Leben lang" legt Schwachstellenanalyse des Fußwegenetzes vor und präsentiert ersten Seniorenstadtteilplan


Bonn, 10. Dezember 2013. Bonn hat als Modellkommune des VRS-Netzwerks „Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln" einen Fußgängercheck durchgeführt: Ab Frühjahr 2012 spürte der Bonner Arbeitskreis „Sicher unterwegs – ein Leben lang", dem Polizei, Stadtwerke, Verkehrswacht Bonn und die Stadt angehören, gemeinsam mit aktiven Seniorinnen und Senioren Mobilitätsbarrieren in Bad Godesberg auf. Heute (9. Dezember) hat VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober die gesammelten Ergebnisse der Begehungen sowie einen eigens erarbeiteten Seniorenstadtteilplan im Rahmen der Abschlussveranstaltung im Haus an der Redoute an Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Bezirksbürgermeisterin Annette Schwolen-Flümann übergeben. Auf Basis des Maßnahmenpakets wird die Stadt Bonn nun Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Der Bad Godesberger Stadtteilplan ist der erste, der sich an den Bedürfnissen von Senioren orientiert: So enthält er beispielsweise Hinweise auf sichere Möglichkeiten der Straßenüberquerung, auf Steigungen, Ruhezonen sowie auf Senioreneinrichtungen und Freizeit- und Kulturtipps in Bad Godesberg.

Auf dem Weg zur selbständigen Mobilität älterer Menschen
„Ziel unseres Projekts ist die Förderung der selbständigen Mobilität älterer Menschen - eine Aufgabe, die in Zeiten des demografischen Wandels noch an Bedeutung gewinnen wird", so VRS-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober. „Ich freue mich daher, dass sich der Bonner Arbeitskreis so vorbildlich engagiert hat und mit den Betroffenen selbst Schwachstellen des Fußwegenetzes ausgemacht hat. Die Stadtverwaltung kann nun auf eine fundierte Grundlage aus der Praxis zurückgreifen, um Verbesserungen zu erarbeiten und wenn finanziell möglich auch umsetzen." Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch zeigte sich erfreut über so viel bürgerschaftliches Engagement: „Ich begrüße es sehr, dass unsere älteren Bürgerinnen und Bürger zusammen mit dem Arbeitskreis selbst aktiv geworden sind, um die Mobilität in unserer Stadt zu verbessern. Bonn kann davon nur profitieren - schon deswegen, weil Senioren und Seniorinnen selbst die besten Experten für ihre Mobilitätsbelange sind. Die Stadtverwaltung Bonn wird nun anhand dieses Maßnahmenkatalogs Verbesserungsvorschläge erarbeiten."

Gemeinsam stark: der Bonner Arbeitskreis
Der Arbeitskreis „Sicher unterwegs – ein Leben lang", der den Fußgängercheck durchgeführt hat, geht auf eine Initiative der Bonner Polizei zurück. „Wir haben damals die bereits bestehenden guten Ansätze in Bonn gebündelt, um effizienter werden zu können. Dass wir nun einen ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem fußgängerfreundlichen Bonn abschließen konnten, zeigt, dass dies der richtige Weg war!", so die Bonner Polizeipräsidentin Ursula Brohl-Sowa. Und Stadtwerke-Geschäftsführer Heinz Jürgen Reining ergänzt: „Die Stadtwerke Bonn als kommunale Dienstleister des ÖPNV haben früh ihr Interesse an einer Mitarbeit und Teilnahme am Projekt signalisiert. Denn in ihrer Mobilität eingeschränkten Fahrgästen muss die Fahrt mit Bus und Bahn ermöglicht werden. Mobilität bedeutet Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit Lebensqualität. Und dazu gehört auch der Weg zu uns, zum Öffentlichen Personennahverkehr in Bonn und Umgebung. Der Weg zur Haltestelle oder zum Bahnsteig muss für ältere Menschen zu bewältigen sein. Vorhandene Barrieren gilt es abzubauen. Barrieren aber müssen auch erkannt werden. An dieser Stelle hat das Projekt „Fußgängercheck" erfolgreich angesetzt. Unser Dank gilt allen Beteiligten, die mit kreativen Methoden und Ideen Problembereiche skizziert und Lösungen erdacht haben. Dieses Projekt zeigt zudem, wie wichtig es für die Ergebnisse und den Erfolg ist, die Zielgruppe, in diesem Fall die Senioren, früh einzubinden. Der Fußgängercheck ist für uns daher beispielgebend." Dem schließt sich auch die beteiligte Verkehrswacht Bonn an. Denn: „Den Älteren gehört die Zukunft – dieses ist doch bereits heute Lebensrealität. Wir möchten ganz konkret hier in Bad Godesberg dazu beitragen, dass Seniorinnen und Senioren solange wie möglich aktiv und mobil sein können", so Markus Schütz, Geschäftsführer Verkehrswacht Bonn.

Netzwerkarbeit für eine zukunftsfähige Mobilität
Der Fußgängercheck, den neben Bonn auch noch Köln, Brühl, Kerpen, Herzogenrath und Merzenich im Kreis Düren durchgeführt haben, ist ein Projekt des Netzwerks Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln. Im September 2011 hatte die Koordinierungsstelle des Netzwerks beim VRS unter den 57 Mitgliedskommunen einen Wettbewerb ausgelobt: Sechs Kommunen konnten Beratungsleistungen und finanzielle Förderung für die Umsetzung des Fußgängerchecks vor Ort erhalten. Das Projekt wir von der Eugen-Otto-Butz-Stiftung unterstützt.

Das 2005 gegründete Netzwerk ist eine Initiative von VRS, Unfallkasse Nordrhein-Westfalen, NRW-Verkehrsministerium sowie Aachener Verkehrsverbund. Ziel ist es, die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken sowie die eigenständige Mobilität aller Bevölkerungsgruppen zu fördern.

 

Pressekontakt:
Netzwerk Verkehrssicheres Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln
bei der Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
Holger Klein
Pressesprecher VRS GmbH
Glockengasse 37-39
50667 Köln
Telefon 0221/ 20808-47
Telefax 0221/ 20808-847
E-Mail: Holger.Klein@vrsinfo.de