02.09.2011

Auf die richtige Mischung kommt es an

ADAC und VRS starten gemeinsame Infokampagne


Bonn, 02. September 2011. Hohe Verkehrsdichte, ständige Staugefahr und wenige Parkplätze – in vielen Städten erreicht man sein Ziel oft schneller, günstiger und entspannter, wenn man nicht nur das eigene Auto, sondern auch die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt. Der Mobilitätsmix – die sinnvolle und gemeinsame Nutzung von Auto, Bus und Bahn – gewinnt insbesondere im städtischen Raum mehr und mehr an Bedeutung. Das „Mischen“ der verschiedenen Verkehrsmittel ist eine wichtige Möglichkeit, um gegen die starke Verkehrsbelastung des Straßenraums anzugehen, umweltschonend zu agieren und zugleich auch preiswerter unterwegs zu sein.

Um für die sinnvolle Kombination der Verkehrsmittel zu werben, starten VRS und ADAC zusammen mit den Verkehrsunternehmen im Verbundgebiet nun eine gemeinsame Informationskampagne. Unter dem Motto „Du misch auch“ weisen die beiden Partner darauf hin, dass eine Nutzung des ÖPNV zu einer Entlastung der kommunalen Verkehrsinfrastruktur beitragen kann.

Die Informationskampagne war am heutigen Freitag (2. September) vor dem historischen Rathaus auf dem Bonner Marktplatz zu Gast. Auf der Bühne diskutierten der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg, Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag, der Leiter Verkehr und Umwelt des ADAC Nordrhein, Dr. Roman Suthold, der Umweltdezernent der Stadt Bonn, Rüdiger Wagner, der Geschäftsführer der SWB Bus und Bahn, Heinz Jürgen Reining sowie der Geschäftsführer der DB Regio NRW GmbH, Peter Alsbach über die gemeinsame und sinnvolle Nutzung von Auto, Bus und Bahn sowie über weitere Verkehrsthemen. Die Gesprächsrunde war eingebettet in ein attraktives Programm: Zu Gast waren die kölsche Rockband "Knittler" und die Sandkünstlerin Natalya Netselya. Sie wurde durch ihre Teilnahme an der "Supertalent"-Castingshow bekannt und hat auf dem Bonner Marktplatz mit einfachsten Mitteln – nämlich Sand auf Glas – faszinierende Bilder zum Thema „Mobilitätsmix von Auto, Bus und Bahn“ kreiert. Die Show wurde zur Freude des Publikums auf einen überdimensionalen Bildschirm projiziert.

Sinnvoller Mix aus Auto, Bus und Bahn
„Wir freuen uns sehr, dass es uns als erstem Verkehrsverbund in Deutschland gelungen ist, eine solch weitgehende Kooperation mit dem ADAC anzustoßen. Wir wurden früher irrtümlich als Gegner gesehen, dabei wissen die Partner, dass eine optimale Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsträger die Voraussetzung für eine dauerhafte Mobilitätssicherung ist“, sagte VRS-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Schmidt-Freitag. Es sei für alle Verkehrsträger von hoher Wichtigkeit, sich für die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsmittel einzusetzen. „Wenn der Autoverkehr in den meist überlasteten Innenstädten reduziert wird, macht dies die Städte für ihre Bewohnerinnen und Bewohner ein Stück lebenswerter. Es gibt mehr Fläche für Bewegung, die Luftqualität wird besser und die Verkehrssicherheit erhöht sich. Trotzdem wollen wir den Autoverkehr natürlich nicht aus den Innenstädten verbannen. Der Autoverkehr ist ein bedeutender Teil des Mobilitätsangebotes – es kommt aber auf die richtige Mischung an. Ein cleverer Mix aus Auto, Bus und Bahn bietet für jede Gelegenheit das passende Verkehrsmittel, spart Geld und ist einfach entspannter“, so der VRS-Geschäftsführer.

„Bus und Bahn stellen aus Sicht des ADAC einen unverzichtbaren Baustein des stadtverträglichen Verkehrs dar. Weder der motorisierte Individualverkehr noch der Öffentliche Personennahverkehr sind aus Kapazitätsgründen allein in der Lage, alle Mobilitätsansprüche der Stadt- und Umlandbewohner zu befriedigen“, stellte Dr. Roman Suthold, der Leiter Verkehr und Umwelt des ADAC Nordrhein, fest. Der richtige Mix mache es aus, denn nicht immer sei das Auto auf der Kurzstrecke aus ökologischer und ökonomischer Sicht das optimale Verkehrsmittel. Genauso hätte der ÖPNV besonders im ländlichen Raum Nachteile. „Unser europaweiter Test aus dem Jahr 2010 hat eines klar herausgearbeitet: Damit Autofahrer den ÖPNV als echte Alternative zum Individualverkehr annehmen, müssen Bus und Bahn nicht nur durch Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Komfort, sondern auch durch niedrige Kosten überzeugen und ´emotional` attraktiv gestaltet sein“, so Dr. Suthold. „Ich hoffe, dass die heute vorgestellte gemeinsame Verkehrskampagne dazu beiträgt, dass mehr Autofahrer ihre Vorbehalte gegenüber dem ÖPNV ablegen und gemäß dem Motto: ,Nicht immer, aber immer öfter’ umsteigen.“

Verknüpfung einzelner Verkehrsmittel ist wichtig
„Verkehrsträgerübergreifende Projekte und Lösungen unterstützen wir in Bonn schon sehr lange. Zum Beispiel Park&Ride und Bike&Ride. Aber das wird nicht ausreichen. Die Diskussionen um den Ausbau des Straßen- und Autobahnnetzes in unserer Region und die bevorstehende Sanierung der Nordbrücke stellen uns vor enorme Aufgaben, die wir nur gemeinsam lösen können. Ich wünsche mir, dass die hier begonnene Kooperation mit VRS und ADAC hilft, Lösungen zu finden, die den Menschen in unserer Region nutzen“, hob der Geschäftsführer der SWB Bus und Bahn, Heinz Jürgen Reining, hervor.
Auch der Umweltdezernent der Stadt Bonn, Rüdiger Wagner, unterstützt die Kooperation: „Um die Stadt Bonn im Sinne einer zukunftsweisenden Mobilität zu positionieren, ist es bedeutsam, sich für die Verknüpfung der einzelnen Verkehrsmittel einzusetzen. Die Förderung des ÖPNV ist uns ein wichtiges Anliegen, denn der Verkehr soll generell effizienter, umwelt- und sozialverträglicher und somit nachhaltiger werden. Daher befürwortet die Stadt Bonn die Kooperation zwischen ADAC und VRS. Ich hoffe, die Kampagne bringt viele Bürgerinnen und Bürger dazu, auf den Mix von Auto, Bus und Bahn zu setzen“, so Rüdiger Wagner.

Der Geschäftsführer der DB Regio NRW GmbH, Peter Alsbach, lobte ebenfalls die Kooperation von Verkehrsverbund und Automobilclub: „Die Kombination zwischen VRS und ADAC ist ungewöhnlich und daher besonders reizvoll. Es ist eine gute Sache, dass sich die beiden vermeintlichen Gegenspieler zusammengetan haben und Verbesserungen für Fahrgast und Umwelt erreichen wollen. Dieses Anliegen unterstützen wir gerne“, sagte Peter Alsbach, dessen Unternehmen ebenso wie die SWB Bus und Bahn mit Infoständen auf dem Bonner Marktplatz vertreten war.

ADAC und VRS treten als Mobilitätspartner auf
Das Ziel der Zusammenarbeit zwischen VRS und ADAC ist die Förderung der „Vernetzten Mobilität“ bzw. des „Mobilitätsmix“ von Auto, Bus, Bahn und Fahrrad. Bei den geplanten Maßnahmen und Aktionen treten der VRS und der ADAC als Mobilitätspartner auf. Bei den Aktionen vor Ort wird darauf hingewiesen, dass eine Nutzung des ÖPNVs zu einer Entlastung der kommunalen Verkehrsinfrastruktur beitragen kann. Unter dem Blickwinkel des „Mischens“ von Auto, Bus und Bahn wurde für die Autofahrerkampagne gemeinsam das Motto „Du misch auch!“ entwickelt. Abgerundet wird der „Misch“-Aspekt durch die ADAC-Empfehlung: „Für den perfekten Mobilitätsmix, öfter mal mit Bus und Bahn“.

Der Kooperationsgedanke wird durch Radiospots in den lokalen Sendern, Plakate in den Fahrzeugen und Kundenzentren der Verkehrsunternehmen, an Bahnhöfen, aber auch auf Flächen im autoaffinen Umfeld wie an Tankstellen beworben. Dazu gibt es unter www.einsteigen.info eine eigene Internetseite mit Details zur Mobilitätskampagne sowie Verlinkungen zu ADAC- und VRS-Umfeld. Ein Gewinnspiel sowie die Zusammenstellung von individuellen Service-Paketen für 1000 ADAC-Mitglieder mit kostenlosem ÖPNV-Testticket für zwei Personen im erweiterten VRS-Netz runden die Kampagne ab und sind im Internet unter der Adresse www.adac.de/nrw zu finden. 

 

Pressekontakt:
ADAC Nordrhein
Jacqueline Grünewald
Leiterin Kommunikation
Luxemburger Str. 169
50963 Köln
Tel.: 0221/ 4727 531
Fax: 0221/ 4727 27531
E-Mail: jacqueline.gruenewald@nrh.adac.de   

Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH
Holger Klein
Pressesprecher
Glockengasse 37-39
50667 Köln
Tel.: 0221/ 20808 47
Fax: 0221/ 20808-847
E-Mail: holger.klein@vrsinfo.de