Systemtechnik - Kesselschutz
 
Kesselschutz KES-40

Anwendung

Der Kesselschutz KES-40 dient zum Schutz von isoliert aufgestellten Transformatoren bei internen Erdfehlern. Die dabei auftretenden Fehlerströme werden mittels eines Kesselschutzwandlers in der Verbindung zwischen dem gegenüber dem Erdpotential isoliertem Transformatorkessel und der Nullschiene erfaßt und dem Kesselschutz zugeführt. Bei erkannten Fehlern wird der Umspanner durch primär- und sekundärseitiges Abschalten vom Netz getrennt. Der Kesselschutz KES-40 ist ein unverzögerter Überstromzeitschutz. Funktional gliedert sich der Kesselschutz in zwei Baugruppen: eine Messwertkarte und eine Relaiskarte.

 

Wirkungsweise
Die Messwertkarte erfasst permanent den eingespeisten Strom, berechnet den Effektivwert und vergleicht diesen mit dem eingestellten Schwellwert. Bei einem Überschreiten des Schwellwertes gibt die Messwertkarte eine unverzögerte Auslösung an die Relaiskarte ab. Die auf den Relaiskarten befindlichen Relais werden von der Messwertkarte zeitgleich angesteuert. Über deren potentialfreie Kontakte wird der oberspannungsseitige und der unterspannungsseitige Leistungsschalter des entsprechenden Umspanner-Abzweiges ausgeschaltet.

Aufbau
Der Kesselschutz KES-40 ist in einem 150 mm hohen und 425 mm breiten Einschub (metrische Norm entsprechend IEC 917) eingebaut. Es können bis zu zwei Kesselschutzrelais in einem Einschub untergebracht werden. Der Einschub ist mit Befestigungswinkeln versehen, die einen direkten Einbau in einen Schaltschrank mit 19‘‘-Einbaubreite erlauben. Er besteht aus den folgenden Baugrup-pen:

Einschubgehäuse,
zwei Rückverdrahtungsplatinen DUB00020 und DKB00010,
je Kesselschutz eine Messwertkarte ZMA44020
je Kesselschutz eine Relaiskarte ZRA44010 bzw. ZRA46010
je Kesselschutz ein Leitungsschutzschalter

Bedienung
Die Messwertkarte besitzt ein LCD-Display zur Anzeige der Kartenfunktion und der eingestellten Werte, vier Tasten zur Bedienung und vier Leuchtdioden zur Signalisierung von Zuständen und Ereignissen. Über das Display und die vier Tasten können alle Einstellungen menügeführt vorgenommen und die gespeicherten Report-Daten ausgelesen werden. Alle Einstellparameter werden ausfallsicher gespeichert. Reportdaten sind gegen eine Unterbrechung der Versorgungsspannung durch einen Pufferkondensator gesichert. Die Daten bleiben bei einem Versorgungsspannungs-ausfall bis zu einer Woche erhalten.

Selbstüberwachung
Das Schutzrelais besitzt eine interne Selbstüberwachung, die bei erkannten Störungen den Schutz blockiert und eine Störungsmeldung ausgibt.

Technische Daten
Eingangskreise  
Nennstrom IN 1A; 5A
Nennfrequenz fN 16,7; 50Hz
Leistungsaufnahme im Strompfad 0,1 VA
   
Belastbarkeit im Strompfad thermisch  
100 x IN 1 s
10 x IN 10 s
4 x IN dauernd
   
Kommandorelais  
Schaltspannung 60V DC 12NO
Schaltspannung 220V DC 16NO
   
Spannungsversorgung  
Versorgungsspannung UH 60 V DC
Binäreingänge und Melderelais 60 V DC
Untergrenze (UN– 20%) 48 V DC
Obergrenze (UN + 10%) 66 V DC
Spannungsbelastbarkeit 120 V DC 1s
maximaler Wechselsanteil 12 %
Überbrückungszeit 50 ms
   
Leistung  
nicht angeregt ca. 8 W
angeregt ca. 30 W



 
 
© 2000-2008 VRS GmbH. Alle Rechte vorbehalten.