Wirkungsweise
Von der Zentralkarte aus werden alle Funktionen
des Ü-Schutzes
gesteuert. Über diese gehen alle Verbindungen (Meldungen und
Befehle) nach außen. Die Messwertkarten erfassen permanent
den eingespeisten Strom und vergleichen diesen mit dem eingestellten
Schwellwert. Bei einem Überschreiten des Schwellwertes gibt
die jeweilige Messwertkarte eine Auslöseanforderung an die
Zentralkarte. In Abhängigkeit vom Steckplatz der Karte erfolgt
die Auslöseanforderung zeitlich unverzögert (Sammelschienenschutz)
oder zeitlich verzögert (Summenstromschutz). Die auf den Relaiskarten
befindlichen Relais werden von der Zentralkarte zeitgleich angesteuert.
Sammelschienenschutz
Der Sammelschienenschutz erfaßt Fehlerströme, die sich
bei einem Überschlag von der Sammelschiene auf das isoliert
aufgestellte Gerüst der Schaltanlage ergeben. Dafür wird
der Meßeingang dieser Funktion mit dem Sekundärkreis
des in der Verbindung vom Gerüst zur Nullschiene befindlichen
Stromwandlers verbunden. Es wird permanent der Momentanwert des
Stromes überwacht und bei Überschreitung der Ansprechschwelle
eine unverzögerte Auslöseanforderung an die Zentralkarte
ausgegeben. Diese steuert sofern der Ü-Schutz nicht „AUS“ geschaltet
wurde, sofort die Auslöserelaiskette an. Da im normalen Betriebsfall
mit geringen Streuströmen zu rechnen ist, empfiehlt es sich,
den Schwellwert auf einen Primärstrom von ca. 0,5 kA bis 1,5
kA einzustellen (Werte für isoliert aufgestellte 15kV-Zellenkonstruktion).
Summenstromschutz
Der Summenstromschutz überwacht im Unterwerk den Effektivwert
des gesamten abgegebenen Stromes. Bei Überschreitung der eingestellten
Ansprechschwelle wird ein Timer gestartet.
Sofern der gemessene Wert des Stromes nicht innerhalb der eingestellten
Auslösezeit die Ansprechschwelle unterschreitet, wird nach
Ablauf der parametrierten Zeit von der Messwertkarte eine Auslöseanforderung
an die Zentralkarte gegeben. Diese steuert sofern der Ü-Schutz
nicht „AUS“ geschaltet wurde, sofort die Auslöserelaiskette
an. Fällt der gemessene Wert des Stromes innerhalb der eingestellten
Auslösezeit unter den Wert der Ansprechschwelle, kehrt der
Schutz in den Ruhezustand zurück.
Leistungsschalterüberwachung
Jeder Abzweig einer Schaltanlage, der mit einem Leistungsschalter
ausgerüstet ist, wird über eine zugehörige Schutzeinrichtung
auf unzulässige Ströme überwacht und ggf. "AUS" gesteuert.
Wird nach erfolgtem „AUS“-Befehl der Schutzeinrichtung
der Befehl innerhalb einer bestimmten Zeit nicht ausgeführt,
spricht die "Leistungsschalterüberwachung" an. Mit
dem Auskommando der abzweigbezogenen Schutzeinrichtung wird über
einen Hilfskontakt des zugehörigen Leistungsschalters die
Schalterüberwachung angeregt. Es wird ein Zeitglied gestartet,
nach dessen Ablauf die Auslöserelaiskette von der Zentralkarte
angesteuert wird. Reagiert der Leistungsschalter ordnungsgemäß auf
den Auslösebefehl des Abzweigschutzes, fällt die Anregung
der Leistungsschalter-überwachung zurück, und das Zeitglied
wird auf Null gesetzt, um für mögliche folgende Anregungen
wieder zur Verfügung zu stehen.
Weiterhin gibt es einen Eingang zur unverzögerten Ansteuerung
der Auslöserelaiskarten. Dieser kann für vorgelagerte
Schutzrelais verwendet werden, die eigenständig den zugehörigen
Leistungsschalter nach einem erteilten Auslösekommando auf
seine ordnungsgemäße Funktion hin überwachen.
Überwachung des Steuerstromkreises
Der Steuerstromkreis für die Leistungsschalterüberwachung
wird im Ü-Schutz mit einem Nullspannungsrelais überwacht.
Bei einem Ausfall dieser Spannung wird vom Übergeordneten Schutz
UES-40 eine entsprechende Störmeldung ausgegeben.
Kaskadierte Auslösung
Die Auslösung ist werkseitig für druckluftlose Anlagen
ausgelegt, das heißt alle Auslöserelais werden gleichzeitig
angeregt. Für Druckluftanlagen ist eine gestaffelte Auslösung
möglich. Dazu wird die Parallelschaltung der Auslöserelais
durch Umstecken in eine Kaskadenschaltung auf der Rückverdrahtungsplatine
geändert. Als Relaiskarten stehen Ausführungen für
Betriebsmittel 60V DC- und 220V DC-Steuerspannung zur Verfügung.
Aufbau
Der Übergeordnete Schutz UES-40 ist in einem 150 mm hohen und
425 mm breiten Einschub (metrische Norm entsprechend IEC 917) eingebaut.
Der Einschub ist mit Befestigungswinkeln versehen, die einen direkten
Einbau in einen Schaltschrank mit 19‘‘-Einbaubreite
erlauben. Er besteht aus den folgenden Baugruppen:
Einschubgehäuse,
Rückverdrahtungsplatinen DUB00020 und DUB00040,
Zentralkarte ZZA44020
erste Messwertkarte ZMA44020 in der Funktionalität LS-Überwachung
und Sammelschienenschutz
zweite Messwertkarte ZMA44020 in der Funktionalität Summenstromschutz
Relaiskarten ZRA4?010 (Typ und Anzahl je nach Größe
und Art der Schaltanlage)“
Bedienung
Die Messwertkarten besitzt ein LCD-Display zur Anzeige der Kartenfunktion
und der eingestellten Werte, vier Tasten zur Bedienung und vier
Leuchtdioden zur Signalisierung von Zuständen und Ereignissen. Über
das Display und die vier Tasten können alle Einstellungen
menügeführt vorgenommen und die gespeicherten Report-Daten
ausgelesen werden. Alle Einstellparameter werden ausfallsicher
gespeichert. Reportdaten sind gegen eine Unterbrechung der Versorgungsspannung
durch einen Pufferkondensator gesichert. Die Daten bleiben bei
einem Versorgungsspannungs-ausfall bis zu einer Woche erhalten. Über
vier Taster auf der Zentralkarte können einzeln die LS-Überwachungsfunktion
sowie der gesamte Übergeordnete Schutz ein- bzw. ausgeschaltet
werden.
Meldungen und Gerätesteuerung
Alle Auslösekriterien des Schutzrelais und Anregungen werden über
die zugehörigen Melderelais ausgegeben. Über vier Binäreingänge
besteht die Möglichkeit einzeln die Leistungsschalterüber-wachung
sowie den gesamten Übergeordneten Schutz ein- bzw. auszuschalten.
Die Ansteuerung der Binäreingänge muss dynamisch mit Impulsen
erfolgen. Über zwei Wechslerkontakte wird der Status der Funktionen
Leistungsschalterüberwachung sowie des Ü-Schutzes ausgegeben.
Weiterhin besitzt das Schutzrelais eine interne Selbstüberwachung,
die bei erkannten Störungen den Schutz blockiert und eine Störungsmeldung
ausgibt.
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